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08.01.2004: Vor 72 Jahren wurde Heiner Kördell geboren

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Meisterspieler, Mitglied der Traditionsmannschaft, Platz im Ehrenpräsidium: Fast 50 Jahre dauert die Verbindung zwischen Schalke 04 und Heiner Kördell (*8. Januar 1932) bereits an. In dieser Zeit hat sich der Wanne-Eickeler einen Ruf als tadelloser, integerer und besonnener Sportmanns erworben. Nur ein einziges Mal fiel er etwas aus der Rolle.

Es war nach dem Meisterschaftsgewinn 1958 in Hannover. Heiner Kördell hatte gerade in der Elf gestanden, die dem Verein im Niedersachsenstadion den siebten Titel dieser Art beschert hatte. Die Stimmung war ausgelassen, der Sieg wurde feucht, fröhlich gefeiert und die gesamte Mannschaft war zu Späßen aufgelegt. Als der Frohsinn den Siedepunkt erreichte, verschaffte sich einer Abkühlung: Heiner Kördell sprang voll bekleidet in den Pool des Hotels und spritzte den Vorsitzenden Albert Möritz nass.

Wer vorher gewettet hätte, dass Kördell Urheber dieser Aktion sein würde, der hätte wahrscheinlich viel Geld gewonnen. Der damals 26-Jährige war nämlich ein Musterprofi. Ein ausgeglichener Zeitgenossen, der sich nicht durch Kapriolen sondern durch ehrliche und fleißige Arbeit auszeichnete.

Er war 1956 von der Spielvereinigung Röhlinghausen an den Schalker Markt gekommen. Kördell ersetzte Günther Wilmovius, der ebenfalls vorher bei der Spielvereinigung gekickt hatte und von der Glückauf-Kampfbahn an die Weser zum SV Werder Bremen wechselte. Schnell war der Dauerläufer ein fester Bestandteil der Mannschaft, die zwei Jahre später den nationalen Thron bestieg.

Die Meisterschaft brachte den Verein in den Europapokal der Landesmeister, und Heiner Kördell wurde vom DFB entdeckt. Nicht zuletzt seine guten Auftritte auf dem internationalen Parkett waren dafür verantwortlich, dass er am 28. Dezember 1958 Nationalspieler wurde. Zwar war der Einsatz gegen Ägypten Kördells einziges Spiel für die DFB-Elf, doch an die Reise nach Kairo denkt der Schalker noch heute gerne zurück.

Bis 1962 schnürte er die Stiefel für Schalke, dann ging er nach 103 Oberligapartien (19 Tore) zu Schwarz-Weiß Essen. Erst 25 Jahre später zog er wieder das königsblaue Jersey über, als Mitglied der Traditionsmannschaft. Bis 2004 blieb der ehemalige kaufmännische Angestellte dem Team treu, anschließend hing er die Schuhe an den Nagel.

Das Kapitel Schalke indes ist noch lange nicht beendet. Heiner Kördell ist Mitglied des Ehrenpräsidiums und steht dem Verein gerade in historischen Fragen oft tatkräftig zur Seite.

       
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