18.02.2004: Vor 48 Jahren wurde "Flankengott" Rüdiger Abramczik geboren

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Schalke und der liebe Gott: eine unendliche Geschichte. Mal verliert Manager Rudi Assauer den Glauben an einen imaginären Fußball-Vater, mal kommt Stan Libuda als einziger am Schöpfer der Welt vorbei. Und dann war da noch Rüdiger "Abi" Abramczik, der "Flankengott", der am 18. Februar 1956 in Gelsenkirchen-Erle geboren wurde.

Seine Läufe an der Außenlinie begeisterten elf Jahre lang die Zuschauer in den bundesdeutschen Fußball-Stadien. Mit einer faszinierenden Leichtigkeit narrte er reihenweise gegnerische Abwehrspieler und servierte seinem kongenialen Partner Klaus Fischer in der Mitte die Bälle. Er war der legitime Nachfolger von Reinhard "Stan" Libuda und ging zusammen mit Fischer als gefährlichstes Angriffsduo der 70er Jahre in die Bundesliga-Geschichte ein. Nicht zuletzt seine präzisen Flanken machten die legendären Fallrückzieher von Klaus Fischer erst möglich.

Entdeckt wurde der Sohn eines Schlossers von Berni Klodt, der den Jungen bei Erle 08 aufspürte. Mit zehn Jahren wechselte er zum FC Schalke 04, der die Schnelligkeit und Wendigkeit des Rechtsaußen früh zu schätzen wusste. Bereits mit 17 Jahren gab Abramczik am 11. August 1973 beim 0:3 in Stuttgart als jüngster Bundesligaspieler sein Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse. Sein erstes Tor erzielte er fünf Wochen vor seinem 18. Geburtstag. Er traf am 12. Januar 1974 zum 1:0 der Schalker in Bochum (Endstand: 5:2 für die Knappen).

Sein erstes A-Länderspiel ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. "Abi", der schon in 23 Jugendländerspielen mitgewirkt hatte, feierte beim 5:0 gegen Nordirland (27. April 1977) seinen Einstand im Team von Helmut Schön. Vor allem einer seiner ehemaligen Trainer staunte nicht schlecht. Hatte Max Merkel doch zu seiner Schalker Zeit behauptet: "Ehe er (Abramczik) Nationalspieler wird, werde ich Sänger an der Metropolitan Opera."

Insgesamt kam das Schalker Eigengewächs auf 19 Einsätze im Dress des DFB, für den er zwei Treffer markierte. Tragisch für Abramczik: Als er den Höhepunkt seiner fußballerischen Karriere erreicht hatte, schwächelte das National-Team. Bei der WM in Argentinien scheiterten Vogts, Fischer, Rüssmann, Abramczik und Co. in der Finalrunde an Österreich.

Bereits 1979 folgte der Abschied aus der Nationalmannschaft. Der Rechtsaußen hatte sich mit DFB-Präsident Hermann Neuberger angelegt und unterlag zudem starken Leistungsschwankungen. Weltklassevorstellungen und rabenschwarze Tage wechselten sich bei ihm zu oft ab.

Wegen finanzieller Probleme musste Schalke 1980 seinen "Straßenfußballer" (Vater Abramczik: "Seine Tricks wurden erst hier auf dem Hof praktisch zur Vollendung gebracht und dann erst im Verein gespielt!") verkaufen. Für 1,1 Millionen Mark wurde er zu Borussia Dortmund transferiert, wo er fortan mit Manni Burgsmüller ein gefürchtetes Sturm-Duo bildete. Nach einem Jahr beim 1. FC Nürnberg (83/84), Galatasaray Istanbul und RW Oberhausen kehrte er 1987 noch einmal zu seinen Wurzeln zurück und sprang für vier Spiele als Libero bei den Königsblauen ein. Am 14. November 1987 bestritt Abramczik, dessen Bruder Volker ebenfalls Fußball-Profi wurde, sein letztes von 316 Bundesligapartien (77 Tore).

Sein Erfolg im Fußball machte ihn wirtschaftlich unabhängig. In seiner Heimatstadt Gelsenkirchen kaufte er nach und nach über 30 Häuser und Wohnungen. Er unterhielt daneben eine Färberei und ein Sportgeschäft. Doch der Fußball ließ ihn auch nach seiner aktiven Laufbahn nicht los. Er wurde Trainer (1. FC Saarbrücken, Antalyaspor, Levski Sofia) und arbeitete zuletzt beim österreichischen Bundesligisten FC Kärnten.

       
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