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19.02.2004: Vor 21 Jahren traf Klaus Fischer gegen "sein" Schalke
Das war für den Stürmer kein Spiel wie jedes andere. "Ehrlich gesagt", so Klaus Fischer, "ein komisches Gefühl in der Magengegend habe ich schon". Am 19. Februar 1983 stand die Bundesligapartie zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Köln an, das erste Meisterschaftsspiel für den Angreifer im Trikot mit dem Geißbock auf Schalke.
Nach dem Abstieg der Königsblauen war der gebürtige Niederbayer 1981 in die rheinische Metropole gewechselt. "Als Zweiligaspieler hätte mich der Bundestrainer niemals genommen", begründete Fischer den Schritt. Die Rechnung ging auf, Jupp Derwall nominierte den Torjäger für die Weltmeisterschaft 1982 in Spanien Spanien. Dort hatte der Spezialist für "Fallrückzieher" mit zwei Treffern großen Anteil am Finaleinzug der deutschen Mannschaft, die jedoch Italien im Endspiel mit 1:3 unterlag.
Dass Fischer bei der WM glänzen konnte, war ein schwacher Trost für die Schalker Anhänger, die vor 21 Jahren beim Einmarsch der Kölner ins Parkstadion sogar "Judas raus!" in Richtung ihres ehemaligen Helden skandierten. Bei einigen verblendeten Fans ging der verletzte Stolz sogar so weit, dass sie im Vorfeld der Partie die Eingangstür des Fischer-Bungalows in Gelsenkirchen mit faulen Eier bombardierten.
Fischer pendelte in seiner Kölner Zeit zwischen dem Ruhrgebiet und dem Müngersdorfer Stadion. "In Gelsenkirchen fühlen wir uns wohl, hier haben wir so viele Freunde gefunden, dass wir nie wieder wegziehen wollen." Die beiden Kinder Sven und Mirja gingen auf Gelsenkirchener Schulen, und Ehefrau Margit führte in der Innenstadt einen Glas- und Porzellan-Laden.
Trotz der Verbundenheit mit dem Verein und der Region verkündete der Nationalspieler vor der Partie: "Wir spielen voll auf Sieg." Kaum waren fünf Minuten vergangen, ließ der FC-Stürmer seinen Worten Taten folgen. Holger Willmer flankte von der linken Seite, Fischer löste sich in seiner unnachahmlichen Art von Schalkes Verteidiger Manni Drexler und nickte zum 1:0 für den Gast ein. 182 Mal hatten die Schalker bis dato Tore des Goalgetters bejubeln dürfen, jetzt herrschte Stille in der Nordkurve des Parkstadions.
Mehr als der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Bernard Dietz gelang dem Team von Trainer Jürgen Sundermann an diesem Samstag nicht. Pierre Littbarskis 3:1 nach einem sehenswerten Solo entschied die Partie vorzeitig. "Die Schalker haben mich schwer enttäuscht, so harmlos hätte ich sie mir nicht vorgestellt", sagte Fischer, der allerdings hinzufügte: "Ab jetzt drücke ich wieder Schalke die Daumen. So ein großer Club darf nicht absteigen."
Die moralische Unterstützung des Rekord-Torschütze war vergebens. Exakt vier Monate später unterlag Schalke 04 in der Relegation Zweitligist Bayer Uerdingen und musste wieder den bitteren Gang in die 2. Liga antreten. Fischer hingegen gewann acht Tage vorher, am 11. Juni 1983, mit seinem neuen Arbeitgeber zum zweiten Mal in seiner Karriere den DFB-Pokal.
FC Schalke 04 - 1. FC Köln 1:4 (0:2)
Schalke: Junghans, Kruse, Dietz, Drexler, Schipper, Lorant, Opitz (75. Bücker), Bittcher, Abel, Janzon (25. Tüfekci), Wuttke.
Köln: Schumacher, Zimmermann, Prestin, Willmer, Hönerbach, Steiner, Sljivo, Fischer, Littbarski, Allofs, Hartmann.
Tore: 0:1 Fischer (5.), 0:2 Steiner (16.), 1:2 Dietz (59.), 1:3 Littbarski (71.), 1:4 Zimmermann (77.)
Zuschauer: 25.000
SR: Schmidhuber
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