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25.02.2004: Vor 13 Jahren starb Otto Tibulsky
Ohne ihn wäre der Schalker Kreisel undenkbar gewesen: Otto "Ötte" Tibulsky, Schalkes "Fußball-Kaiser" vor dem Krieg. Am 25. Februar 1991 verließ der legendäre Mittelläufer für immer den Schalker Markt.
Das Lob kam von keinem Geringeren als Ernst Kuzorra: "Ötte war in seiner Art einmalig. Er beteiligte sich an unseren Kombinationen mit der Eleganz und der Klugheit eines Franz Beckenbauers. Er rundete den Schalker Kreisel ab und behielt die Ruhe, um zusammen mit Torhüter Hans Klodt die Abwehr zu dirigieren."
66 Jahre war Ötte Tibulsky Vereinsmitglied bei den Königsblauen, für die er weit über 1000 Partien bestritt. Darunter alle neun Endspiele um die deutsche Meisterschaft, von denen Schalke 04 sechs gewann. Nur bei einem einzigen Finale musste er passen: Während seine Kollegen beim Pokalfinale 1941 gegen den Dresdner SC mit 1:2 unterlagen, kurierte Tibulsky eine Kriegsverletzung aus.
Der gebürtige Gelsenkirchener (15.12.1912), der zusammen mit Kuzorra und Szepan rund um den Platz an der Gartenstraße aufwuchs, war an der Ostfront verwundet worden und wurde nach Berlin transportiert. Zum Dank, dass er im Lazarett auf der Offiziersstation lag, revanchierte er sich mit seinem Einsatz für Hertha BSC. Dabei half auch Bundestrainer Sepp Herberger nach, der Tibulsky am Krankenbett besuchte und ihn zu einem Engagement bei der alten Dame überredete. Vier Wochen kickte er für die Hauptstädter, dann zog es ihn wieder ins Ruhrgebiet.
Sein Herz hing am Revier und am Traditionsverein. Daran konnte selbst sein ehemaliger Trainer Hans Sauerwein nichts ändern, der ihn Mitte der 30er Jahre nach Schweinfurt locken wollte. Mit einem Taxi und rund 25.000 Mark in der Tasche, so die Legende, soll Sauerwein nach Gelsenkirchen gefahren sein. Doch Tibulsky blieb standhaft. "Ich war nun mal ein Schalker, und da konnte das viele Geld nichts daran ändern."
Mit 18 Jahren kam Ötte in die erste Mannschaft. Anfangs als rechter Läufer, später in der zentralen Position. Er war ein Stratege auf dem Platz, der sich trotz seiner geringen Größe (1,72 m) als ausgezeichneter Kopfballspieler erwies. "Wenn ein Größerer vor mir stand", erklärte Tibulsky, "musste ich statt fünf eben zehn Meter Anlauf nehmen. So einfach war das Rezept. Zum Beispiel habe ich ein paar Mal gegen den 1,90 m großen Helmut Schön gespielt. So weit ich mich erinnern kann, habe ich fast jeden Kopfball gewonnen."
Und er war ein Schlitzohr auf dem grünen Rasen. "Hin und wieder habe ich mal am Trikot gezogen, wenn ich keine Chance sah, an den Ball zu kommen", gab er zu. Das sei jedoch eine "ganz seltene Ausnahme" gewesen.
Ein Schienbeinbruch beendete am 12. Dezember 1948 seine Sportler-Laufbahn. Er hing die Schuhe an den Nagel und stellte sich hinter die Theke. Zusammen mit seiner Frau Trude übernahm er die Gaststätte des Schalker Clubheims an der Glückauf-Kampfbahn. Das Ehepaar wurde zum Dreh- und Angelpunkt des geselligen Clublebens. Ende der 60er Jahre ging er schließlich für ein paar Jahre nach Marl, um dort eine Wirtschaft zu führen, kehrte jedoch mit 65 Jahren als Pensionär in seine Geburtsstadt zurück, in der er bis zu seinem Tod 1991 lebte.
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