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29.02.2004: Vor zwölf Jahren rettete Andreas Müller dem Ristic-Team einen Punkt

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Eigentlich sollte er gar nicht spielen. Andreas Müller war wegen eines Rechtsstreites mit dem Verein vom Training suspendiert worden. Erst ein klärendes Gespräch zwischen dem damals 29-Jährigen und der Vereinsführung sowie eine Verletzungsmisere machten den Weg frei für einen Einsatz. Ein Glück für Schalke: Müller erzielte am 29. Februar 1992 kurz vor dem Ende den 1:1-Ausgleich gegen Borussia Mönchengladbach.

Der heutige Sportmanager erinnert sich: "In der Vorbereitung auf die Saison hatte ich mir einen schweren Knorpelschaden im Knie zugezogen. Die Ärzte waren sich nicht sicher, ob ich jemals wieder professionell Fußball spielen würde." Obwohl Müller bereits nach drei Monaten wieder beschwerdefrei war, wurde er das Gefühl nicht los, insbesondere der damalige Präsident Günter Eichberg wollte ihn loswerden.

"Eichberg hatte vereinbarte Zahlungen nicht getätigt, so dass ich mich gezwungen sah, den Verein zu verklagen." Müller wurde daraufhin vom Training ausgeschlossen, was er nicht auf sich sitzen ließ. Per einstweiliger Verfügung erzwang er vor dem Auswärtsspiel auf dem Gladbacher Bökelberg seine Teilnahme an den Übungseinheiten.

Als sich neben Alexander Borodjuk, Egon Flad und Hendrik Herzog auch noch Steffen Freund beim Abschlusstraining verletzte, blieb Trainer Aleksander Ristic gar nichts anderes übrig. Er teilte dem verdutzten Mittelfeldspieler mit: "Du bist im Kader."

Die Nachricht kam für Andreas Müller sehr überraschend. "Ich hatte gar keine Sachen dabei. Nur die Klamotten, die ich am Leib trug." Nach der Freitagseinheit folgte ein Krisengespräch mit Schatzmeister Rüdiger Höffken, in dem der Spieler ankündigte, die Klage gegen seinen Verein zurückziehen zu wollen.

Er fuhr also mit ins Rheinland. Im Bökelbergstadion hockte er anfangs auf der Bank, ehe er in der 81. Minute für Günter Schlipper eingewechselt wurde. Kurz vor dem Ende traf er per Kopf zum verdienten Ausgleich. Für ein vollständiges Happyend indes sorgte der Treffer nicht.

"Die Geschichte hing mir noch lange nach", erzählt Müller heute. "Ich war als Rebell gebrandmarkt, der sich als Erster gegen den Sonnenkönig aufgelehnt hatte. Der Vorfall hat mich zwei Jahre meiner Karriere gekostet. Wahrscheinlich sogar meine besten."

Borussia Mönchengladbach - FC Schalke 04 1:1 (0:0)

Gladbach: Kamps, Klinkert, Stadler, Kastenmaier, Fach, Eichin, Max (69. Schulz), Hochstätter, Criens, Neun, Salou (81. Dahlin)

Schalke: Lehmann, Mademann, Prus, Luginger, Güttler, Sendscheid, Mihajlovic, Schlipper (81. Müller), Anderbrügge, Eigenrauch, Christensen (79. Leifeld)

Tore: 1:1 Criens (73.), 1:1 Müller (90.)
Zuschauer: 34.000
SR: Best

       
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