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06.03.2004: Vor 50 Jahren wurde Harald Schumacher geboren
In den 80er Jahren galt Toni Schumacher vielen als bester Torhüter der Welt. Sein Intermezzo auf Schalke war weniger erfolgreich. 1987 lockte ihn der damalige Präsident Günter Siebert nach Gelsenkirchen. Lediglich ein Jahr stand Schumacher, der am 6. März 1954 in Düren geboren wurde, im Tor der Königsblauen. Mit einem legendären Satz verabschiedete er sich im Sommer 1988 nach dem dritten Bundesliga-Abstieg.
Mit der Verpflichtung des 76-maligen Nationalspielers verknüpfte die Vereinsführung große Hoffnungen. Um Schumacher und Thon setzte Präsident Siebert statt auf erfahrene Akteure auf Nachwuchsleute wie Claus-Dieter Wollitz, Bjarne Goldbaek und Michael Prus. Doch anders als 1973 ging das Experiment schief.
Weder Rolf Schafstall noch Horst Franz waren in der Lage, das Team zu einer wirklich konkurrenzfähigen Einheit zu formen. Schalke musste am Ende der Saison als Tabellenletzter den Gang in die 2. Liga antreten. Und Schumacher hütete die Schießbude der Liga. 84 Gegentore kassierten die Knappen in der Spielzeit, doch der Fußballer des Jahres 1986, der lediglich eine Partie verpasste, blieb ungewohnt gelassen.
Harald Schumacher, dem man nachsagte, dass er vom Ehrgeiz zerfressen sei, stauchte gegen seiner sonstigen Gepflogenheiten seine Vorderleute nicht zusammen sondern meisterte sein Schicksal mit einer stoischen Ruhe. Die Experten waren überrascht. Schumacher, der von einem Vorgänger im Kölner Tor (Anton Schumacher) den Spitznamen "Toni" geerbt hat, zeigte bis zum damaligen Zeitpunkt unbekannte Seiten seines Charakters.
Auf dem Platz war der Deutsche Meister von 1978 als "Rocky" der Bundesliga verschrien. Gnadenlos gegenüber seinem eigenen Körper und denen seiner Gegenspieler stellte er sich hundertprozentig in den Dienst seines Arbeitgebers. Schumacher: "Profi sein heißt, sich mit Leib und Seele dem Verein zu verkaufen, bei dem man den Vertrag unterschrieben hat".
Neben seiner bedingungslosen Einstellung zu seinem Beruf zeichnet sich der Europameister von 1980 durch seine Geradlinigkeit aus. Er ließ sich von keinem verbiegen. Das brachte ihm allerdings nicht nur Freunde ein. So kostete in beispielsweise die Veröffentlichung seines Buches Anpfiff, in dem er Missstände im Profi-Fußball anprangerte, den Job beim 1. FC Köln - für den er 422 seiner 464 Bundesligaspiele bestritt - und den Platz in der Nationalmannschaft.
Auch sein Abschied auf Schalke war weniger rühmlich. "Ich spiele doch nicht in Meppen!" stellte er lapidar fest und ging er 1988 zu Fenerbahce Istanbul. Drei Jahre später kam er zurück nach Deutschland. Toni Schumacher zog noch einmal kurzzeitig für Bayern München und Borussia Dortmund die Torwarthandschuhe an und wurde anschließend Trainer- bzw. Torwarttrainer bei Schalke 04, Bayern München, Borussia Dortmund, Fortuna Köln und Bayer Leverkusen.
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