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09.03.2004: Vor 28 Jahren wurde Max Merkel gefeuert

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"Wir werden Meister!" Mit dieser forschen Ankündigung begann Max Merkel im Sommer 1975 seine Arbeit in Gelsenkirchen. Doch die Gleichung "Schalke + Merkel = achter Titel" ging nicht auf. Bereits nach acht Monaten, am 9. März 1976, trennten sich die Wege der beiden Bundesligainstitutionen. Merkels Sprüche hingegen bleiben unvergessen.

Bereits zu Saisonbeginn gab es die ersten Missverständnisse. Nach dem 1:4 gegen den Hamburger SV grantelte Merkel: "Einige glauben, sie seien schon Weltmeister. Aber Hausmeister sind´s." Der Österreicher, der mit München 1860, dem 1. FC Nürnberg sowie Atletico Madrid dreimal den nationalen Titel gewann, wollte seine Spieler mit gezielten Provokationen zu Höchstleistungen treiben. Der Versuch scheiterte.

Die meisten der Profis kamen mit seinem Kasernenhof-Ton nicht zurecht. Zudem schoss er mit einigen Parolen über das Ziel hinaus. Während "die Nationalmannschaft ohne Schalker ist wie ein Gebiss ohne Zähne" noch amüsant war, stieß "ehe Abramczik Nationalspieler wird, singe ich an der Metropolitan Oper in New York" auf wenig Gegenliebe.

Darüber hinaus belasteten das Hickhack um Branco Oblak - der jugoslawische Nationalspieler kam wegen seines Militärdienstes verspätet in Deutschland an - sowie der Prozess im Rahmen des Bundesliga-Skandals die Mannschaft. Die Saisonziele schienen in weite Ferne gerückt, das Team brach auseinander. In der Woche vor dem Spiel bei Bayern München (6. März) verkündete Max Merkel, dass er den Verein nach dem Saisonende verlassen würde.

Ein Schritt, der nach dem 2:3 in München nicht mehr nötig war. Die Vereins-Verantwortlichen hatten sich einstimmig gegen den damals 67-Jährigen entschieden, so dass der am 9. März seine Kündigung bekam. Er quittierte die Entlassung auf seine unnachahmliche Weise: "Das Schönste an Gelsenkirchen war schon immer die Autobahn nach München."

Merkels Erbe trat Friedel Rausch an. Der erst 36-jährige Trainer brachte es in den letzten elf Spieltagen fertig, Schalke noch in den UEFA-Cup zu führen. Mehr dazu im morgigen Stichtag.

       
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