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10.03.2004: Vor 28 Jahren wurde Friedel Rausch Trainer auf Schalke
Sein Trainer-Erbe war kein leichtes. Als Friedel Rausch am 10. März 1976 das Amt von Max Merkel übernahm, war das Team zerstritten und auf dem Weg nach unten in der Tabelle. Es folgten 21 erfolgreiche Monate, an deren Ende ein unrühmlicher Abschied stand.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war er in der Lage, aus der Ansammlung von Stars (Nigbur, Fichtel, Rüssmann, Bongartz, Oblak, Abramczik, Fischer und die Kremers Zwillinge) eine Mannschaft zu formen. Das Team erreichte im Endspurt noch einen UEFA-Cup-Platz und schrammte in der folgenden Spielzeit nur knapp an der achten Meisterschaft vorbei. Mit einem Punkt Rückstand auf Titelträger Borussia Mönchengladbach landete Schalke 04 auf dem zweiten Tabellenplatz.
Der 36-jährige Rausch, der sich zu seiner aktiven Zeit (195 Bundesliga- und Oberligaspiele für die Knappen) als zweikampfstarker Verteidiger einen Namen machte, hatte den Sprung in das Bundesligageschäft geschafft. Nach Beendigung seiner aktiven Karriere war er bei Schalke erst Jugend- und anschließend Assistenztrainer, ehe ihn Präsident Günter Siebert zum Chefcoach beförderte.
Die Spielzeit 1977/78 begann so, wie die vergangene beendet worden war. Die Königsblauen setzten ihre Erfolgsserie fort und führten nach zwölf Spieltagen - trotz eines 1:7 bei Bayern München - die Liga an. Doch eine Serie von vier Niederlagen und einem Unentschieden läutete den Absturz bis auf Rang zehn zur Winterpause ein. Zu allem Überfluss schied der Verein sowohl im UEFA-Cup (2:4 und 1:3 gegen den 1. FC Magdeburg) als auch im DFB-Pokal aus.
Allerdings hatte Rausch nicht nur mit sportlichen Problemen zu kämpfen. Er wurde im November 1977 vom DFB für vier Monate gesperrt. Er gab zu, Schalke 04 um 25.000 Mark betrogen zu haben. Das Geld hatte er in seiner Kartenvorverkaufsstelle unterschlagen und in seinen Hausbau gesteckt. Dem Schalker Vorstand gegenüber hatte er behauptet, den Betrag zur Manipulation zweier Spiele im Jahr 1973 verwendet zu haben. Das Geld war in der Zwischenzeit von ihm zurückgezahlt worden. Bei der Berufungsverhandlung am 19. Dezember vor dem DFB-Bundesgericht wurde Rausch schließlich zu einer Geldstrafe von 15.000 Mark verdonnert. Zwei Tage später entließ ihn die Vereinsführung aufgrund des sportlichen Misserfolgs.
Seine nächste Trainerstation war Eintracht Frankfurt, die der ehrgeizige Rausch zu ihrem größten internationalen Erfolg führte. Die Hessen gewannen 1980 den UEFA-Cup. Anschließend ging zu Fenerbahce Istanbul, MVV Maastricht sowie Iraklis Saloniki und arbeitete sieben Jahre erfolgreich beim FC Luzern. Erst 1994 tauchte er wieder in Deutschland auf. Er übernahm das Traineramt beim 1. FC Kaiserslautern an, mit dem er 1996 den DFB-Pokal gewann. Weniger Erfolg war ihm bei Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Nürnberg in der Spielzeit 1998/99 beschieden. Innerhalb einer Saison führte zunächst die Elf vom Niederrhein in niederste Tabellengefilde und legte damit den Grundstein für den ersten Bundesliga-Abstieg des fünffachen Meisters. Kurz darauf übernahm er das Traineramt bei den Franken, die am dramatischen letzten Spieltag den Weg in die Zweitklassigkeit antreten mussten. Unmittelbar vor dem Anpfiff der Partie gegen den SC Freiburg (1:2) hatte sich Rausch für den scheinbar erfolgreichen Klassenerhalt feiern lassen...
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