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13.03.2004: Vor neun Jahren feierten drei Profis ihre Bundesliga-Tor-Premiere für Schalke
Die Vorzeichen für das Bundesligaspiel der Schalker gegen den TSV München 1860 am 12. März 1995 waren denkbar schlecht. Nicht nur, dass Trainer Jörg Berger auf zwei Stammkräfte (Müller und Anderbrügge) verzichten musste, seinem Team steckte zu allem Überfluss das unglückliche 2:3 im Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach unter der Woche in den Knochen. Glücklicherweise trafen in dieser Situation gleich drei Schalker zum ersten Mal für ihren Verein in der Bundesliga.
Den Anfang machte Stefan Kohn, der in der Winterpause vom 1. FC Köln ausgeliehen worden war. In seinem vierten Spiel für den neuen Arbeitgeber schlug er nach 27 Minuten zu und wiederholte das Erfolgserlebnis kurz vor der Pause. "Endlich ist der Knoten geplatzt", freute sich der 29-Jährige. "Ich habe immer an mich geglaubt."
Auch Trainer Jörg Berger war überglücklich. Mit dem Tor endete die schwarze Serie von 531 Minuten ohne Stürmertor. Der Coach war sich sicher, "Stefan wird noch mehr Tore für uns erzielen". Damit sollte er nicht Unrecht haben. Kohn hatte am Ende der Saison fünf Treffer bei zwölf Einsätzen auf seinem Konto. Doch dabei blieb es. Er kehrte im Sommer in die Domstadt zurück.
Jiri Nemec hingegen blieb nach der Saison noch sieben Jahre bei den Knappen. Aber genau wie Kohn feierte an diesem Sonntag gegen die Löwen eine Premiere. In seinem 54. Bundesligaspiel erzielte er sein erstes Liga-Tor. In der 78. Minute war er nach einem Doppelpass mit Youri Mulder erfolgreich. Der Holländer flachste hinterher: "Ich war eigentlich sicher, dass Jiri noch abspielt …"
Es war im Übrigen nicht das erste Pflichtspieltor des Tschechen für die Königsblauen. Nemec traf zuvor bereits beim 2:1 in der ersten Pokalrunde gegen den SV Linx. Am 13. August 1994 markierte er den 1:1-Ausgleich.
Für Novum Nummer drei sorgte Torhüter Jens Lehmann. Sechs Minuten vor dem Ende wurde Radoslav Latal von Alexander Kutschera im Strafraum gefoult. Ingo Anderbrügge fehlte wegen einer Grippe, Olaf Thon musste nach knapp einer halben Stunde den Platz wegen Leistenbeschwerden verlassen - wer sollte schießen? Als sich Uwe Scheer den Ball zurechtlegte, schaltete sich das Publikum ein.
Lautstark forderten die Anhänger Jens Lehmann. "In der Jugend hab ich schon einmal einen Strafstoß verwandelt", erinnerte sich der Torwart später. "Doch dieses Ding jetzt - für mich ein ganz irres Gefühl und für die Fans eine Super-Show. Beim Stand von 5:1 durfte ich nicht kneifen." Lehmann schnappte sich den Ball und hämmerte sich stellvertretend für die ganze Mannschaft den Pokalfrust von der Seele. Mit dem rechten Fuß drosch er das Leder ins rechte Eck - keine Chance für Löwen-Keeper Rainer Berg.
FC Schalke 04 - TSV München 1860 6:2 (3:0)
Schalke: Lehmann, Büskens, Latal, Ksienzyk, Linke, Thon (29. Eigenrauch), Kohn (76. Prus), Herzog, Scherr, Mulder, Nemec
1860: Berg, Wolf (47. Störzenhofecker), Dowe, Brajkovic, Strogies, Schwabl, Winkler, Kutschera, Stevic, Rydlewicz (54. Erhard), Nowak
Tore: 1:0 Kohn (27.), 2:0 Mulder (30.), 3:0 Kohn (42.), 3:1 Kutschera (53.), 4:1 Nemec (78.), 5:1 Latal (79.), 6:1 Lehmann (84./Foulelfmeter), 6:2 Erhard (85.)
Zuschauer: 36.830
SR: Pohlmann
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