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14.03.2004: Vor 20 Jahren endete die Karriere von Manfred Drexler
Ein Pokalspiel war seine letzte Partie im Profifußball. Beim 3:3 im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Hertha BSC Berlin am 14. März 1984 verletzte sich Manfred Drexler so schwer, dass er Sportinvalide wurde. Ein trauriges Ende für einen Mittelfeldmann, der in seiner Karriere lange unterschätzt wurde.
Zu Beginn seiner Laufbahn war es gar nicht sein Ziel, ein gestandener Bundesliga-Profi zu werden. Bei Darmstadt 98 agierte er in der Saison 1978/79 als "Feierabendspieler" und ging tagsüber seinem Job als Banklehrling nach. So antwortet Drexler im Frühjahr 1978 auf die Frage, ob er gerne ein paar Jahre in der Bundesliga spielen möchte: "Ja, sehr gerne, aber nicht als Vollprofi. Drei bis vier Stunden Arbeit am Tag schadet nichts, im Gegenteil."
Das änderte sich jedoch schnell. Schon ein Jahr später wechselte Manfred Drexler zum FC Schalke 04, wo er eine sportliche Achterbahnfahrt mitmachte. Zwei Abstiege und zwei Aufstiege erlebte der technisch versierte Mittelfeldspieler in seinen fünf Jahren bei den Knappen. Persönlich verlief die Zeit für den Mittelfranken, der am 26. Juni 1951 geboren wurde, nicht weniger turbulent.
Gleich zu Beginn seiner Zeit im Schalker Trikot wurde Drexler per TV-Beweis für drei Monate gesperrt. Im ersten Heimspiel gegen Bayern München trat er gegen den am Boden liegenden Wolfgang Kraus nach. "Das war eine Geschichte, die durch alle Gazetten ging", erinnert sich Drexler. "Obwohl das Ganze nicht so schlimm war -es hat halt nur blöd im Fernsehen ausgeschaut." Während sich die Medien lange mit dem Vorfall beschäftigten, war die Sache für die beiden Protagonisten schnell abgehakt. "Wir haben uns Jahre später auf einer adidas-Veranstaltung getroffen. Man gibt sich die Hand wie das unter Sportlern üblich ist."
Nach diesem Vorfall entwickelte er sich vom sportlich nicht unumstrittenen Fußballer zu einem sehr geschätzten, weil mit Spielübersicht und Torgefährlichkeit ausgestatteten Mittelfeldspieler. Darmstadts Trainer Lothar Buchmann sagte mal über ihn: "Ein sehr disziplinierter und ordnungsliebender Mensch, der auch in seiner Freizeit ganz für seinen Sport lebt. Er ist der Prototyp des Mittelfeldspielers. Ein echter Leistungsträger der Mannschaft. Er kann zuhören. Bei ihm gibt es keinen Abfall, heute ein Hoch, morgen ein Tief. Seine Leistung ist konstant gut, weil er entsprechend lebt."
Angesprochen auf seine Jahre in Gelsenkirchen, schwärmt er noch heute: "Es war eine sehr schöne Zeit. Auch wenn wir leider zweimal abgestiegen sind." Für ihn ist es immer noch schwer verständlich, warum das Team mit Stars wie Norbert Nigbur, Klaus Fischer, Klaus Fichtel, Rolf Rüssmann oder Rüdiger Abramczik so in Schwierigkeiten geriet. Ein Erklärungsansatz ist sicherlich das "Tohuwabohu im Verein. Der Fisch stinkt vom Kopf her: Da war in diesen Jahren leider einiges dran. Was mich aber immer beeindruckt hat, war die Hingabe, die Liebe der Zuschauer zu ihrem Club."
Weniger erfreulich hingegen war das Karriere-Ende des Fußballers, der für Darmstadt 98 und Schalke 04 insgesamt 89 Bundesligaspiele (12 Tore) absolvierte. Beim 3:3 im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Hertha BSC - Drexler erzielte das 2:3 - prallte er in der Verlängerung mit Berlins Torhüter Gregor Quasten zusammen. "Ich habe ihn kommen sehen, war aber nicht mehr frisch genug, um auszuweichen. Das Ergebnis war ein Knöchelbruch und ein Knorpelschaden im Gelenk, der mir heute noch sehr zu schaffen macht", so Drexler, der seit 1985 als Service-Mann für die komplette adidas-Ausrüstung des DFB zuständig ist und in dieser Funktion zudem Bundesligavereine wie Bayern München, Schalke 04 und Bayer Leverkusen betreut.
Hertha BSC Berlin - FC Schalke 04 3:3 n.V. (3:3, 1:1)
Schalke: Junghans, Kruse (80. Stichler), Dietz, Schipper, Opitz, Jakobs, Thon, Dierßen, Drexler, Berge (57. Abramczik), Abel
Tore: 1:0 Glöde (14.), 1:1 Abel (39.), 2:1 Dietz (53./Eigentor), 3:1 Blau (56.), 3:2 Drexler (60.), 3:3 Abel (86.)
Zuschauer: 14.000
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