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19.03.2004: Vor 36 Jahren wurde Mike Büskens geboren
Ebbe Sand wird auf Schalke verehrt, Andreas Möller hat sich den Respekt der Fans erarbeitet, und Eigenrauchs Vornamen Yves kann man toll rufen - aber Mike Büskens (*19. März 1968) wird aus ganzem Herzen geliebt. "Darauf bin ich stolz, weil ich niemanden in den Hintern gekrochen bin", sagt der Linksfuß im Portrait von Christoph Biermann im Buch zum Pokalsieg 2001.
Michael Büskens ist ein altmodischer Fußballspieler. Wie die Kicker von einst, die über viele Jahre hinweg beim gleichen Verein spielten, identifiziert er sich mit Schalke 04. Fast 250 Bundesligaspiele hat er für den Klub gemacht, an den er "eine starke emotionale Bindung" hat. Denn hier hat er auch seine Frau Simone kennen gelernt, die auf der Geschäftsstelle arbeitete. Aber es ist nicht Schalke allein.
Obwohl Büskens inzwischen ein alter Haudegen ist, redet er über Fußball so enthusiastisch wie ein Fan in der Kurve. "Wenn ich einmal gegen Real Madrid spielen dürfte, würde ich dafür zahlen", sagt Büskens, der Mitglied eines Fanclubs von Real ist. "Ich bin eben fußballverrückt", sagt er und meint damit auch, dass im Fußball für ihn ein Wert an sich liegt. Klar, er fährt auch einen schicken Sportwagen, aber: "Titel zu gewinnen, dafür lohnt es sich Fußball zu spielen, da schreibt man Historie."
Dabei gehörte er in der B- und A-Jugend von Fortuna Düsseldorf lediglich zum zweiten Team. "Wenn man da anfängt, macht man eigentlich alles, nur nicht über 350 Bundesligaspiele." Er hat es geschafft. Insgesamt 361 lief er in der Liga für Schalke (248), Fortuna Düsseldorf und den MSV Duisburg auf.
Unvergessen ist sein Anteil am Gewinn des UEFA-Cups 1997, als er zum harten Kern der legendären "Eurofighter" gehörte. In dieser Rolle erzielte er auch das wohl wichtigste Tor seiner Karriere beim Hinspiel der 3. Runde in Brügge. Die Knappen lagen 0:1 zurück und in der 50. Minute hatte Olaf Thon zu allem Überfluss einen Elfmeter verschossen. Nach der direkt darauf folgenden Ecke kam der Ball per Kopfballabwehr zu Büskens, der mit vollem Risiko volley abzog und genau in den Winkel zum Ausgleich traf. Das Tor feierte Büskens in seiner unnachahmlichen Art mit einer zehn Meter langen Rutschpartie auf dem verschneiten Boden Richtung Schalker Fanblock. Die Gastgeber konnten am Ende zwar noch mit 2:1 gewinnen, doch Schalke siegte im Rückspiel mit 2:0 und zog ins Viertelfinale gegen Valencia ein.
Auch diese UEFA-Cup-Runde hielt für Büskens ein ganz besonderes Erlebnis bereit. Nach dem Rückspiel in Valencia, wo durch ein 1:1 das Weiterkommen gesichert wurde (siehe "Stichtag" vom 18.3.), feierte er auf dem Rasen des Mestalla-Stadions mit dem Gänsehaut-Chor der 5.000 mitgereisten Schalker Fans ("Happy Birthday, lieber Buyo") in seinen Geburtstag hinein.
Beim Wechsel nach Duisburg 1999 hatte er ein paar Tränen verdrückt, die Rückkehr zwölf Monate spät war weniger romantisch. "99,9 Prozent der Leute hatten mich nicht mehr auf dem Zettel", im Team fing er "nicht bei Null, sondern bei minus Fünf" an. In der Hinrunde litt Büskens still den Schmerz des Reservisten. "Da spielten die Jungs in Freiburg oder Hamburg, und ich hatte die Autotür offen, um Radio zu hören, während ich im Vorgarten Unkraut gejätet habe." Das schlimmste Erlebnis hatte der Halb-Aussortierte im Westfalenstadion. "Das ist wirklich hart, wenn man so eine emotionale Bindung an den Klub hat, die Dortmunder in deren Stadion mit 4:0 weghaut und selbst irgendwo im Oberrang zuschaut."
In der Rückrunde der Spielzeit 2000/01 hatte Büskens endlich wieder auf dem Zaun vor der Nordkurve stehen und mit den Fans jubeln können. "Das ist jetzt keine blöde Phrase: Die Leute haben immer zu mir gestanden, auch wenn es nicht so gut lief", sagt er. Deshalb wollte er sein Glück mit ihnen teilen. Denn es gibt eine deckungsgleiche Sehnsucht zwischen ihm und den Fans: "Die wollen aus denselben Gründen wie ich siegen - weil sie den Verein lieben und mit ihm lange nichts zu lachen hatten."
Am enthusiastischsten fiel dieser Jubel wohl beim DFB-Pokal-Finale 2001 aus, als er nach dem Sieg gegen Union Berlin noch mehr als eine Stunde nach dem Abpfiff gemeinsam mit Olli Reck und den Schalker Fans im Olympiastadion feierte, als seine Mannschaftskollegen schon längst in der Kabine waren.
Nach der Saison 2001/2002 beendete Büskens seine Bundesliga-Karriere. Mittlerweile ist er Co-Trainer von Schalkes U 23, die er zudem als Spieler in der Regionalliga verstärkte, bis ihn die erste schwere Verletzung seiner Karriere ereilte. Bei einem Freundschaftsspiel in Offenbach am 15.2. erlitt er einen Riss der Patellasehne und fällt damit bis mindestens Mitte des Jahres aus.
An ein Karriere-Ende denkt der heute 36 Jahre alt gewordene Büskens aber noch lange nicht, wie er schon zwei Tage nach der Verletzung im Tagebuch auf seiner Homepage schrieb: "Ich bin hingefallen, aber ich stehe auch mit Sicherheit wieder auf. Ich bin auch nicht niedergeschlagen, in mir brennt das Feuer wie eh und je und deshalb kehre ich zurück auf den grünen Rasen!"
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