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23.03.2004: Vor 35 Jahren wurde Youri Mulder geboren
Als Youri Mulder 1993 auf Drängen von Helmut Schulte vom FC Twente Enschede zum FC Schalke 04 wechselte, war nicht abzusehen, wie erfolgreich seine Zeit im Ruhrgebiet werden würde. Mulder, der am 23. März 1969 in Belgien geboren wurde, gewann mit den Knappen den UEFA-Cup (1997) und zweimal den DFB-Pokal (2001 und 2002). Nicht weniger wichtig: Er spielte sich mit Engagement und Kampfkraft in die Herzen der königsblauen Vereinsfamilie.
Neben seinen Toren in der Bundesliga, dem DFB-Pokal, dem UEFA-Cup und der Champions League war es seine natürliche Art, die ihn so sympathisch machte. Lockere Sprüche zu brisanten Themen, bei denen sich andere lieber auf Allgemeinplätze zurückzogen, waren Mulders Markenzeichen.
Der niederländische Nationalspieler lebte seinen Kollegen auf dem Spielfeld die nötige Aggressivität vor, die man braucht, um Spiele zu gewinnen. Über 1000 Zweikämpfe zählte die ran-Datenbank allein in seiner ersten Saison im Schalker Trikot. Eigentlich konnte er bereits nach dem ersten Tor in Königsblau nicht mehr falsch machen: Es ist der 1:0-Siegtreffer vor 70.000 Zuschauern im Parkstadion gegen Borussia Dortmund.
Unvergessen ist ebenso seine Spieleröffnung beim UEFA-Cup-Auftakt gegen Roda Kerkrade im September 1996. Gleich zu Beginn der Partie zeigte er mit einer entschlossenen Grätsche, wer Herr im Parkstadion ist. Die Schalker gewannen 3:0 - den zweiten Treffer steuerte Mulder bei - und legten damit das Fundament für den UEFA-Cup-Sieg.
Doch er konnte nicht nur austeilen, er musste zudem viel einstecken. Am 5. April 1997 änderte sich das Fußballer-Leben des Youri Mulder. Damals stand der Blondschopf im Zenit seiner Leistungsfähigkeit, hatte nur wenige Wochen zuvor mit einem wichtigen Tor im UEFA-Cup-Viertelfinale beim CF Valencia und einer überragenden Vorstellung den Weg ins Semifinale geebnet. Ein völlig unnötiges Foul des Karlsruhers Burkhard Reich beendete fast seine aktive Laufbahn. Mehrmals stand die Karriere in den folgenden Jahren auf Grund des lädierten linken Knies auf der Kippe. Viele Profis hätten wohl die Schuhe an den Nagel gehängt.
Mulder tat es nicht. Zu groß war die Sehnsucht nach dem Traumberuf: "Ich würde es auch riskieren, wenn mir in zehn Jahren der Rollstuhl drohen würde." Die Fans liebten ihn dafür. Als Mulder einmal erstmals nach langer Leidenszeit wieder eingewechselt wurde, steigerten sich die Jubelchöre zum Orkan. "Vielleicht sollte ich an jedem Spieltag mein Comeback feiern", flachste Mulder hinterher.
Der Familienvater, der in Holland für Twente Enschede, Ajax Amsterdam und SDO Bussum aktiv war, wurde erst in seiner Zeit auf Schalke zum Nationalspieler. Er erzielte in 176 Ligaspielen 33 Tore und avancierte nach seinem Kreuzbandriss 1997 und insgesamt fünf Folge-Operationen in der Erfolgssaison 2000/2001 zum wichtigen Joker. In den Zeiten des Traumsturmes Ebbe Sand/Emile Mpenza keine Schande für einen Angreifer.
Ein Wunsch erfüllte sich für Youri Mulder jedoch nicht. Musste er schon in den UEFA-Cup-Endspielen 1997 verletzt zuschauen, saß er im DFB-Pokal-Finale 2001 in Berlin zwar auf der Auswechselbank, die ersehnte Einwechslung blieb ihm jedoch verwehrt. Die Enttäuschung ließ sich Mulder bei der ausgelassenen Feier nicht anmerken. Mitleidsposen waren nie sein "Ding". Und konnte er es verschmerzen, dass er beim Pokalsieg ein Jahr später ebenfalls nicht auf dem Feld stand.
2002 beendete er die Erfolgsgeschichte als Profi und stieg als Fußball-Experte beim niederländischen Sender NOS ein. Seit Oktober wohnt er nun in Norwegen, pendelt zwischen Skandinavien und Holland. Eine Rückkehr nach Deutschland ist indes nicht ausgeschlossen. Mulder will Trainer werden und plant, seinen Trainerschein in Köln zu machen.
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