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24.03.2004: Vor 55 Jahren wurden die Kremers-Zwillinge geboren
Ihr Name ist eng verbunden mit den Erfolgen der Schalker in den 70er Jahren (ein Pokalsieg, zweimal Rang zwei in der Meisterschaft): Die Zwillinge Helmut und Erwin Kremers, die am 24. März 1949 geboren wurden und in Mönchengladbach aufwuchsen, drückten dieser Dekade ihren Stempel auf. Ein auffallendes Brüderpaar: der spätere Präsident und der "beste Linksaußen der Welt".
Die Zwillinge feierten in der Saison 1967/68 bei Borussia Mönchengladbach ihr Bundesliga-Debüt. Trainer Hennes Weisweiler stellte Helmut zum ersten Mal am 19. Spieltag auf, Erwin gab seine Premiere in der 30. Runde. Über die Offenbacher Kickers landeten die beiden Kremers schließlich 1971 im Ruhrgebiet.
Von Beginn an waren beide Stammspieler bei Trainer Ivica Horvat, der große Stücke auf sie hielt. Helmut kam in der Abwehr sowie im Mittelfeld zum Zug, Erwin war für den Jugoslawen der "beste Linksaußen" der Welt. Erwin, der sensiblere, brauchte diese Form der Anerkennung. Mit Horvats Hilfe wurde er 1972 Nationalspieler. Er stand in der DFB-Elf, die im EM-Finale 1972 die Sowjetunion mit 3:0 entzauberte.
Sein Bruder Helmut wurde erst 1973 von Trainer Helmut Schön berufen. Insgesamt bestritt er acht Spiele für Deutschland (Erwin: 15) und gehörte zum Kader der Nationalmannschaft, die 1974 im eigenen Land Weltmeister wurde. Im Gegensatz zu Erwin, der nur deshalb nicht an dem Turnier teilnahm, weil er kurz vor WM-Beginn wegen Schiedsrichter-Beleidigung vom Platz geflogen war - für den moralisierenden DFB ein Ausschlussgrund.
Da die Zwillinge erst im Sommer 1971 zu den Königsblauen stießen, waren sie in den Bundesliga-Skandal nicht verwickelt. Zusammen mit Torwart Norbert Nigbur waren sie der große Rückhalt der jungen Schalker Mannschaft, die in der turbulenten Spielzeit 1972/73 den Abstieg aus der Bundesliga verhinderte.
Auch abseits des Platzes sorgte die Familie Kremers für viele Schlagzeilen. 1974 beispielsweise eröffneten sie mit Schatzmeister Heinz Aldenhoven einen Pub in Gelsenkirchen und brachten die Schallplatte "Das Mädchen meiner Träume" auf den Markt.
Während Erwin (212 Bundesligaspiele und 50 Tore für Schalke) nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn der Bühne "Fußball-Bundesliga" den Rücken kehrte, war für Helmut (226/45), der nach seiner Schalker Zeit noch für Rot-Weiß Essen und in der US-Profi-Liga für Calgary kickte, das Kapitel noch nicht zu Ende. Sage und schreibe dreimal wurde er noch Manager der Knappen (1989-91, 1992 und 1993), saß zusammen mit Klaus Fischer für ein Zweitligaspiel auf der Trainerbank (1989) und bestieg nach einer populistisch formulierten Rede ("Wenn wir früher gegen Dortmund gespielt haben, haben wir uns noch nicht einmal umgezogen!") 1994 den Präsidentenstuhl, den er allerdings nach knapp drei Monaten wieder verließ.
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