14.04.2004: Vor 53 Jahren trug Paul Matzkowski den Adler auf der Brust

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Lediglich Berni Klodt (330 Einsätze) hat mehr Oberliga-Spiele für Schalke 04 bestritten als Paul Matzkowski. 212 Mal lief er für die Knappen zwischen 1948 und 1958 auf. Erzielte dabei 58 Tore und brachte es bis in die Nationalmannschaft (ein B-Länderspiel am 14. April 1951 gegen die Schweiz). Der ganz große Wurf allerdings blieb dem Pechvogel dreimal verwährt.

Zum ersten Mal spielte ihm das Schicksal im November 1951 einen Streich. Matzkowski, der 1948 als treffsicherer Mittelstürmer von Westfalia Herne zu den Königsblauen gestoßen war, gehörte zum Kader der Nationalmannschaft für das erste A-Länderspiel nach dem Zweiten Weltkrieg gegen die Schweiz. Doch statt auf dem Rasen zu stehen, musste der damals 29-Jährige neben dem verletzten Fritz Walter auf der Ersatzbank hocken.

Eine Bänderdehnung und ein Kapselriss im Knöchel verhinderten einen Einsatz. Besonders tragisch für Matzkowski: Vereinskamerad Herbert "Budde" Burdenski schoss damals, am 22. November 1950 in Stuttgart, sein legendäres Elfmetertor zum deutschen 1:0-Sieg. "Ich habe dem Budde den Triumph ja gegönnt", so Matzkowski ein paar Jahre später. "Aber wäre ich dabei gewesen, hätte ich den Elfmeter geschossen. Denn ich war der Elfmeterschütze vom Dienst."

Ruhende Bälle waren sein Metier. Freistöße, Eckbälle, Strafstöße: Wenn sich der schussgewaltige Paul Matzkowski den Ball schnappte, war für den Gegner Alarmstufe Blau angesagt. Doch seine gefährlichen Standards reichten 1956 nicht, als der gebürtige Ostpreuße (5. Dezember 1920 in Lyck) den zweiten herben Rückschlag in seiner Karriere hinnehmen musste. Weil der Karlsruher SC in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft ein um sieben Hundertstel (!) besseres Torverhältnis als Schalke 04 aufwies, zog das Team aus Baden-Württemberg und nicht die Elf von Edi Früwirth ins Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen Borussia Dortmund ein. Die Westfalen gewannen später mit 4:2 den Titel.

Ein Erfolg, den Matzkowski auf dem Rasen nie erleben durfte. Zwar war er Teil der Schalker Mannschaft, die im DM-Finale 1958 mit 3:0 gegen den Hamburger SV siegte, aber zu den ersten Elf gehörte der mittlerweile 37-jährige Stopper nicht mehr. "Dass ich das Endspiel nicht mitmachen durfte, war schon schlimm. Aber dass ich, der in diesem Jahr noch einige Spiele absolviert hatte, nicht zur Meisterfeier eingeladen wurde, das war das Traurigste, was ich in meiner langen Laufbahn erlebt habe."

In den folgenden Jahren jedoch kam es zur Aussöhnung zwischen Matzkowski und seinem Verein. Der Familienvater, der bei der "Flachglas AG" im kaufmännischen Bereich arbeitete, übernahm sogar für eine gewisse Zeit als Trainer die Schalker Amateure, die er von der Bezirksklasse bis in die Verbandsliga führte. Zudem war er einige Jahre Mitglied des Schalker Ehrenrates. Noch heute lebt Matzkowski in Gelsenkirchen.

       
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