15.04.2004: Vor 34 Jahren scheiterte Schalke im Europapokal-Halbfinale

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Was für eine Comeback auf der internationalen Fußball-Bühne: Nach zehn Jahren Pause nahm Pokalfinalist Schalke 04 - Pokalsieger Bayern München ging als Meister im Landesmeistercup an den Start - 1969 am Europapokal der Pokalsieger teil. Und erreichte prompt das Halbfinale. Erst in dieser Runde war Endstation. Manchester City zog am 15. April 1970 durch ein 5:1 ins Finale ein.

Das Selbstbewusstsein der Engländer vor dem Rückspiel im eigenen Stadion war riesengroß. Trotz der 0:1-Niederlage in der ersten Begegnung tönte Manchesters Trainer Malcolm Allison: "Keine Frage, wir gewinnen den Cup." Ein Vorhaben, das die Schalker an der Maine Road nicht verhindern konnten.

Schuld daran war nicht zuletzt das Hinspiel 14 Tage vorher in der Glückauf-Kampfbahn. Dort versäumte es die Mannschaft von Rudi Gutendorf, die vorher Shamrock Rovers, IFK Norrköping sowie Dinamo Zagreb aus dem Wettbewerb geworfen hatte, sich einen deutlicheren Vorsprung zu verschaffen. Auf dem morastigen Untergrund fehlte den Gastgebern jemand, der im Mittelfeld die Fäden zog. Zudem hatte Torjäger Manfred Pohlschmidt nicht den besten Tag erwischt, so dass es Kapitän Libuda vorbehalten war, den einzigen Treffer des Tages zu erzielen. Er schloss ein Solo von der Mittellinie 14 Minuten vor dem Ende zum 1:0 ab.

Kein komfortables Polster, zumal Manchester City für seine Heimstärke bekannt war. Trainer Gutendorf wusste genau: "Wir müssen nur die erste Viertelstunde gut überstehen, dann ist alles in Ordnung. Dann haben wir eine echte Chance, heil aus der Hölle herauszukommen." Doch nach 15 Minuten war die Partie bereits gelaufen.

Zunächst nutzte Doyle einen Fehler des überaus nervösen Klaus Fichtel (9.) zur Führung, fünf Minuten später griff Waldemar Slomiany den Engländer Young nicht an, der auf 2:0 erhöhte. Und auch der dritte Schuss auf das Tor von Norbert Nigbur war ein Treffer. Wieder war Young aus kurzer Distanz erfolgreich (27.).

In Durchgang zwei ging die Lehrstunde für die international unerfahrene Truppe aus Deutschland weiter. Allein Norbert Nigbur war es zu verdanken, dass nur noch zwei weitere Treffer durch Lee und Bell folgten. Der Schalker Schlussmann rettete seinen Verein vor ein deftigen Blamage. Immerhin gelang Stan Libuda eine Minute vor dem Ende mit dem 1:5 wenigstens noch ein bisschen Ergebnis-Kosmetik.

Während auf Schalker Seite nach der Partie der Zwist zwischen Präsident Günter Siebert und Trainer Rudi Gutendorf wieder ausbrach - im Dezember 1970 wurde "Riegel-Rudi" entlassen -, bewahrheitete sich die Prophezeiung von Malcolm Allison. Manchester City gewann anschließend in Wien durch einen 2:1-Sieg gegen den polnischen Vertreter Gornik Zabrze den Europapokal der Pokalsieger.

Manchester City - FC Schalke 04 5:1 (3:0)
Manchester: Corrigan, Book, Pardoe, Doyle (85. Heslop), Towers, Oakes, Booth, Bell, Lee, Young, Summerbee (69. Carrodus)
Schalke: Nigbur, Slomiany, Fichtel, Rüssmann, van Haaren, Becher, Neuser, Erlhoff (46. Wüst), Libuda, Wittkamp (62. Lütkebohmert), Pohlschmidt
Tore: 1:0 Bell (9.), 2:0 Young (14.), 3:0 Young (27.), 4:0 Lee (52.), 5:0 Bell (81.), 5:1 Libuda (89.)
Zuschauer: 52.361
SR: van Ravens (Niederlande)

       
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