17.04.2004: Vor 33 Jahren nahm Bundesliga-Skandal für Schalke seinen Anfang

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Auf den ersten Blick schien es lediglich eine vermeidbare und ärgerliche Niederlage zu sein: Mit 0:1 verlor der FC Schalke 04 am 17. April 1971 sein Bundesliga-Heimspiel in der Glückauf-Kampfbahn gegen Arminia Bielefeld. Später stellte sich heraus, dass die Spieler nach der Partie 2300 Mark von den Ostwestfalen für die Niederlage erhalten hatten. Eine Jugendsünde mit fatalen Folgen.

Der Bielefelder Gerd Roggensack hatte in der 82. Minute gegen die erschreckend schwachen Gastgeber das Tor des Tages erzielt. Damit machten die Arminen einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt. Ein gekaufter Sieg: Der Ex-Schalker Waldemar Slomiany betätigte sich als "Geldbriefträger". Insgesamt 40.000 Mark ließen sich die Arminen die zwei Punkte kosten.

Die Partie war eine von jenen, die zum so genannten "Bundesliga-Skandal" zählten, der durch viele verschobene Spielausgänge querbeet durch die Liga ausgelöst wurde. Rund eine Million Mark wechselte dabei den Besitzer. Am Ende wurden 53 Spieler, zwei Trainer und sechs Funktionäre aus verschiedenen Vereinen verurteilt. Zwei Clubs - Offenbach und Bielefeld - verloren gar die Lizenz.

Den Stein ins Rollen brachte Horst-Gregorio Canellas, damaliger Präsident von den Kickers aus Offenbach, die nach der Spielzeit 1970/71 aus der Bundesliga absteigen mussten. Auf seiner Party zum 50. Geburtstag spielte er am 6. Juni 1971 Tonbänder ab, in denen es deutlich um den "Verkauf" von Bundesliga-Spielen ging. Erst schien Schalke nicht darin verwickelt zu sein. Doch nach und nach kamen weitere Details ans Licht. Ende Oktober traten die Bielefelder die Flucht nach vorne an und gestanden Bestechungen. Ihr Kronzeuge war Dieter Burdenski, der Schalker Torwart des Skandalspiels, der nach der Saison nach Bielefeld gewechselt war.

Gesperrt wurden in einer ersten Welle Hansi Pirkner (war nach Österreich zurückgekehrt), Jürgen Galbierz (Wuppertaler SV), Manfred Pohlschmidt (Teutonia Münster) und Jürgen Sobieray, weshalb dieser für das Pokalfinale 1972 gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht spielberechtigt war. Die übrigen Schalker Akteure bestritten vor einem ordentlichen Gericht unter Eid, Geld genommen zu haben. Getrieben hatte sie die Angst vor drakonischen Strafen. So verkündeten die ersten Urteile des DFB gegen Profis von Hertha BSC und den MSV Duisburg lebenslange Sperren oder Spielverbote von zehn Jahren. Gut beraten waren die Knappen mit ihrer Vorgehensweise allerdings nicht.

Im September 1972 zog der Deutsche Fußball-Bund Stan Libuda und Klaus Fischer aus dem Verkehr, im März 1973 auch Herbert Lütkebohmert, Klaus Fichtel und Rolf Rüssmann sowie Heinz van Haaren und Jürgen Wittkamp. Erst ab Oktober 1973 (Fischer) bzw. Januar 1974 (Fichtel, Rüssmann, Lütkebohmert - ausgerechnet gegen die wieder aufgestiegenen Offenbacher) waren die bei Schalke gebliebenen Knappen wieder für den Verein einsetzbar.

Am 22. Dezember 1975 wurde vor dem Essener Landgericht die Prozesse wegen Meineids abgeschlossen. Gegen die Spieler wurden Geldstrafen ausgesprochen, der DFB verhängte noch einmal Sperren, die größtenteils in der Winterpause 1976/1977 abgebrummt wurden. Klaus Fichtel wurde als Letzter vom 4. bis zum 22. Januar 1978 gesperrt. Die Akte "Bundesliga-Skandal" konnte endlich auch "auf Schalke" geschlossen werden.

       
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