19.04.2004: Vor sieben Jahren schnupperte Mike Möllensiep 23 Minuten Bundesliga-Luft

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Wer träumt nicht davon? Einmal im königsblauen Trikot die Bundesliga-Bühne betreten: Für Mike Möllensiep erfüllte sich dieser Wunsch. Am 19. April wurde er in der Partie zwischen dem Hamburger SV und Schalke 04 23 Minuten vor dem Ende für Radek Latal eingewechselt. Mit 21 Jahren hatte er eine Bundesliga-Karriere begonnen, die sechs Wochen später schon wieder vorbei war. Nicht der einzige Kurzzeit-Profi in der Schalker Vereinshistorie.

"Die Freude ist schon da", räumte Möllensiep nach seinem Debüt in der deutschen Eliteklasse ein. "Aber wenn man verloren hat, kann man sich nicht so sehr freuen." Die Knappen unterlagen bei den Hanseaten 0:1, was in erster Linie auf die Ausfälle im Offensiv-Bereich zurückzuführen war. Martin Max und Youri Mulder fielen verletzungsbedingt aus, Marc Wilmots und Radek Latal konnten die beiden Angreifer nicht adäquat ersetzen. Die Sturmmisere war das große Glück des Mike Möllensiep.

Eigentlich kickte er damals für die Amateure in der Verbandsliga. Doch weil durch das Fehlen von Max und Mulder die Sturm-Alternativen rar wurden, nahm ihn Cheftrainer Huub Stevens mit nach Hamburg. Sein Trikot mit der Nummer 37 wurde erst am Freitag vor der Partie fertiggestellt und musste eigens in die Hansestadt geschafft werden. Ein Aufwand, der sich nur bedingt rentierte. Möllensiep, der aus der Schalker Jugend kam und in Hamburg den Vorzug vor Arnold Dybek und Thomas Kläsener erhielt, bestritt lediglich ein weiteres Bundesliga-Spiel und ist heute für den Oberligisten Schwarz-Weiß Essen aktiv.

Beim Bundesligafinale gegen Hansa Rostock - Schalke gewann im Ostseestadion mit 1:0 - wurde er in der Nachspielzeit eingewechselt. Möllensiep war nicht der einzige, der an diesem Nachmittag für wenige Augenblicke im Rampenlicht der Fußball-Bundesliga stand. Arnold Dybek, spielte ab der 89. Minute für Miguel Francisco Pereira, verewigte sich ebenfalls im großen Liga-Almanach.

Der 22-Jährige Dybek, der vor der Saison vom Karlsruher SC gekommen war und ein Jahr später zu Fortuna Düsseldorf ging, hält bis heute einen Schalker Vereinsrekord, auf den man nur bedingt stolz sein kann. Er absolvierte die wenigsten Bundesliga-Minuten für die Königsblauen. Das Spiel gegen Hansa Rostock am 31. Mai 1997 war sein einziges für Schalke. Dieses Los teilt er mit elf Akteuren.

Lediglich sieben Minuten Bundesligazeit für Schalke 04 weisen Kai Bruckmann (Saison 1994/95) und Christian Herrmann (1987/88) auf. Wobei Herrmanns Debüt im Gegensatz zu Bruckmanns Premiere nicht sein letzter Auftritt in der Bundesliga war. Anschließend streifte er sich für den FC Homburg und den VfL Bochum noch 129 Mal ein Bundesliga-Trikot über. Danach folgen Krisztian Szollar (16 Min. in der Spielzeit 1999/2000), Till Bettenstaedt (20 Min./1994/95), Markus Kaya (27 Min./1998/99), Reinhard Pfeiffer (28 Min./1970/71) und Andreas Sandt (30 Min./1980/81). Über die volle Distanz gingen Siegfried Grams (1965/66), Hans-Georg Lambert (1963/64) sowie die beiden Torhüter Jürgen Welp (1991/92) und Peter Endrulat (1974/75).

Lambert und Endrulat: Bundesliga-Experten sollten die beiden Namen ein Begriff sein. Der Abwehrspieler Hans-Georg Lambert sorgte vor über 40 Jahren für viel Aufsehen. Um Stürmer Günter Herrmann vom KSC für die erste Bundesligasaison loszueisen, wendete der Schalker Vorstand einen Trick an. Weil Herrmann für die vom DFB gestattete höchste Ablösesumme von 50.000 Mark nicht zu bekommen war, verpflichtete Schalke auch den Karlsruher Durchschnittskicker Hans-Georg Lambert und überwies insgesamt 100.000 Mark an den KSC, der in das "Spielchen" eingebunden war. Das verstieß zwar nicht gegen die DFB-Statuten, wurde aber dennoch als Schiebung angesehen.

Peter Endurlat verdankt seine Prominenz einem für ihn wenig schmeichelhaften Ereignis. Er stand im Tor der Borussia aus Dortmund, die am 29. April 1978 Bundesliga-Geschichte schrieb. Im Düsseldorfer Rheinstadion unterlag das Team von Otto Rehhagel Borussia Mönchengladbach mit 0:12. Erfolgreicher indes war sein einziger Einsatz für Schalke 04. Als Vertreter von Norbert Nigbur machte er beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt (10. Dezember 1974) eine ordentliche Figur.

       
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