22.04.2004: Vor sieben Jahren wurde "Steht auf, wenn Ihr Schalker seid!" geboren

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Teneriffas Trainer Jupp Heynckes war sich vor dem Halbfinal-Rückspiel im UEFA-Cup beim FC Schalke 04 noch sicher: "Wir haben schon immer groß aufgetrumpft, wenn es notwendig war. Wir haben vor, das Spiel zu gewinnen." Doch nach 120 Nerven aufreibenden Minuten machten die Knappen die 0:1-Hinspielniederlage wett und zogen am 22. April 1997 mit einem 2:0-Sieg erstmals in ein Europapokal-Endspiel ein.

Den ersten Strich durch die Rechnung des heutigen Schalker Chef-Trainers machte Thomas Linke. Sein Tor in der 68. Minute brachte die Spanier auf die Verliererstraße. "Unser ganzer Sturm war uns ja in Karlsruhe ausgefallen. Aber wir mussten nach dem 0:1 im Hinspiel zwei Tore erzielen", skizzierte Thomas Linke die Ausgangslage vor der Partie. "Also haben wir uns vorgenommen, über die Flügel zu kommen, Ecken herauszuholen, Freistöße zu provozieren."

Nach einem verhaltenen Beginn (Huub Stevens: "Wir wollten Teneriffa in Sicherheit wiegen!") erhöhten die Gastgeber den Druck, zwangen die Gäste zu Fehlern und hatten die ersten Möglichkeiten. Doch weil Wilmots´ Kopfball über das Tor flog (27.), ein Nemec-Schuss nicht im, sondern auf dem Netz landete (34.), und Teneriffas Keeper Andersson einen Anderbrügge-Hammer aus 30 Metern parierte, dauerte es bis zur 68. Minute, ehe die verdiente Führung fiel.

Zwar konnte Felipe einen Linke-Kopfball noch auf der Linie klären, Sekunden später lag der Ball im Tor. Im Anschluss an eine Ecke von Olaf Thon stieg Thomas Linke erneut am höchsten und war per Kopf erfolgreich. "Ich sehe, wie der Keeper umsonst fliegt, und die Kugel ins Netz rauscht. Ein irres Glücksgefühl - mir blieb im ersten Moment fast die Luft weg."

Forciert wurde dieser Treffer durch eine unglaubliche Stimmung auf den Rängen. Die große Anspannung auf den Rängen war die Geburtsstunde eines Schalker Gassenhauers: "Steht auf, wenn Ihr Schalker seid!" Linke nach dem Schlusspfiff: "Ich habe nicht verstanden, was die gesungen haben, weil man zu sehr auf Spiel konzentriert ist. Aber die Riesenstimmung kam rüber. Ich glaube, die Leute haben gespürt, dass die große Chance jetzt da war."

Im berühmten Block I des Parkstadions hatte Schalke-Fan Clive Lavery wenige Minuten nach Wiederanpfiff der zweiten Hälfte einen auf der britischen Insel bereits gängigen Gesang kurzerhand für die Knappen übersetzt. Ohne je einmal geübt oder geprobt worden zu sein, verbreitete er sich in Minuten wie ein Lauffeuer über die Ränge des Parkstadions und sorgte für eine dem Anlass angemessene Gänsehautstimmung.

Zwei weitere von vielen großen Helden dieser königsblauen Nacht hießen Marc Wilmots und Olaf Thon. Die beiden Routiniers boten nicht nur jeweils eine aufopferungsvolle Leistung, sondern waren auch für das 2:0 verantwortlich. In der 107. Minute schlug Thon einen Freistoß in den Strafraum der Gäste, Wilmots setzte sich sechs Meter vor dem Tor durch und köpfte zum 2:0 ein.

Das Parkstadion kochte. Der Jubel und die Begeisterung kannten keine Grenzen. Die Sensation war perfekt: Schalke erreichte zum ersten Mal in seiner ruhm- und skandalreichen Geschichte das Endspiel eines europäischen Pokalwettbewerbs. Oder wie es die Anzeigetafel ausdrückte: "Wir sind im Finale!"

FC Schalke 04 - CD Teneriffa 2:0 n.V. (0:0; 1:0)

Schalke: Lehmann, Thon, Linke, de Kock, Eigenrauch, Nemec, Müller, Anderbrügge (90. Wagner), Büskens, Wilmots, Latal (110. Held)

Teneriffa: Andersson, Motaung, Ballesteros, Antonio Mata, Alexis, Chano, Pablo Paz (59. Dani), Jokanovic, Felipe, Pinella (98. Aurelio Vidmar), Kodro (73. Neuville)

Tore: 1:0 Linke (68.), 2:0 Wilmots (107.)

Zuschauer: 56.824

SR: Puhl (Ungarn)

       
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