23.04.2004: Vor 79 Jahren stellte der Verein Heinz Ludewig als ersten Trainer ein

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Die Geduld der Schalker Anhängerschaft war am Ende. 1:8 in München verloren, nur 1:1 im eigenen Stadion gegen Waldhof Mannheim und dann das: Im Kellerduell des 29. Spieltages verlor die Mannschaft von Horst Franz am 23. April 1988 mit 1:3 beim FC Homburg. Die Fans waren bedient und quittierten die desolate Vorstellung mit einem Gesang, der seitdem als verbale Höchststrafe der eigenen Anhänger gilt.

Die Ausgangslage für die Partie des Tabellenletzten (FC Homburg) gegen den Vorletzten (Schalke 04) war unmissverständlich: Wer verliert, steht mit einem Bein in der 2. Liga. Augenscheinlich hatten die Gäste aus dem Ruhrgebiet den Ernst der Lage verkannt, denn die erste Halbzeit gehört den tapferen Gastgebern. Allerdings mussten die bis zur 54. Minute warten, ehe Wolfgang Schäfer die nicht unverdiente Führung erzielte.

Ausgerechnet Schalkes Ikone Klaus Fichtel unterlief ein kapitaler Schnitzer. Im eigenen Strafraum ließ er sich ohne Not den Ball abjagen, und Schäfer schob am verdutzten Harald Schumacher vorbei zum 1:0 ein. Bei diesem Treffer war Schalkes Keeper machtlos, 18 Minuten später indes war er nicht ohne Schuld. Walter Kelsch zog aus 20 Metern ab, Schumacher war leicht geblendet von der Sonne und ließ den haltbaren Ball zum 2:0 passieren (72.).

Tschiskales Anschlusstreffer, ein 17-Meter-Freistoß in der 77. Minute, nährte die Hoffnungen der Schalker nur 13 Minuten lang, dann besiegelte Zbigniew Kruszynski kurz vor dem Schlusspfiff das Schicksal der Knappen an diesem Tag. Während die Homburger neue Motivation für den Abstiegskampf tankten, begann für die Profis in Blau und Weiß ein Spießrutenlauf.

Mehr als 100 Anhänger warteten am Bus auf die einstigen Helden. Nicht um den Kickern den Rücken für den Bundesliga-Endspurt zu stärken, sondern um ihrem Frust Luft zu machen. Mit der Premiere von "Wir sind Schalker - und ihr nicht!" zeigten sie deutlich, was sie über die Einstellung der Spieler dachten.

Mannschaftsbetreuer Charly Neumann war fassungslos. "Womit haben die Spieler das verdient? Aber ich kann auch die Fans verstehen. Wer weiß, ob sie den dritten Abstieg nochmal hinnehmen." Sie hatten keine andere Wahl: Nach dem 34. Spieltag mussten die Knappen zusammen mit dem FC Homburg den Gang in Liga zwei antreten.

FC Homburg - FC Schalke 04 3:1 (0:0)

Homburg: Vollack, Wojcicki, Hentrich (47. Kruszynski), Keim, Geschlecht, Kelsch, Dooley, Blättel (67. Dittmer), Schäfer, Freiler, Stickroth

Schalke: Schumacher, Fichtel, M. Wollitz, Schipper, Prus (13. Kruse), Klinkert, C.-D. Wollitz, Opitz (53. Mirbach), Edelmann, Marquardt, Tschiskale

Tore: 1:0 Schäfer (54.), 2:0 Kelsch (72.), 2:1 Tschiskale (77.), 3:1 Kruszynski (90.)
Zuschauer: 14.000
SR: Gabor

       
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