29.04.2004: Vor zwölf Jahren sprach sich das Team gegen Ristic aus

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Durch dieses Trainingslager sollten Mannschaft und Trainer näher zusammenrücken. Als die Schalker am 29. April 1992 ins Trainingslager nach Billerbeck fuhren, wollte Trainer Aleksander Ristic "das Klima in Einzelgesprächen entgiften". Es kam anders. Präsident Günter Eichberg horchte im Hotel "Weißenburg" in die Mannschaft hinein. Das Resultat: Ristic wurde gefeuert.

Die Beziehung zwischen der Mannschaft und den Fans auf der einen Seite und dem Kroaten auf der anderen Seite begann denkbar ungünstig. Ristic war "Wunschtrainer" von Präsident Eichberg und löste Anfang 1989 Peter Neururer ab, der auf Schalke sehr beliebt war. Während der Ex-Trainer den Kontakt zur Basis pflegte, legte der Neue wenig Wert auf Volksnähe. Sätze wie "Mit Besoffenen rede ich nicht!" kosteten Sympathiepunkte.

Zudem hatte die Mannschaft Schwierigkeiten mit dem autoritären Führungsstil von Ristic. "Im menschlichen Bereich gibt es erhebliche Probleme", erklärte beispielsweise Günter Güttler. "Er behandelt Menschen wie Material." Fachlich und in Bezug auf Taktik wollte niemand Ristic einen Vorwurf machen. Und so lange die Mannschaft erfolgreich war, wurden die Spannungen zwischen den Parteien kaschiert.

Ristic übernahm die Knappen im Januar 1990 auf einem Aufstiegsplatz. Er führte sie zurück in die Bundesliga und belegte mit seiner Elf nach der Hinrunde überraschend Rang sechs. In der Rückrunde indes ging es abwärts. Nach zwei Heimspielen ohne Sieg (0:0 gegen Fortuna Düsseldorf und 1:2 gegen die Stuttgarter Kickers) trennte Schalke nur noch ein Punkt vor einem Abstiegsplatz.

Dem Schüler des legendären Ernst Happel blies nun ein eiskalter Wind ins Gesicht, den er selbst produziert hatte. So hatte er nach dem guten Bundesliga-Start verkündet: "Die Mannschaft ist nicht einmal Durchschnitt." Darüber hinaus legte er sich mit Führungsspielern wie Andreas Müller an, setzte den Kapitän sogar auf die Tribüne. Egon Flad musste sich anhören, er sei "der schlechteste Linksverteidiger der Liga", und Torhüter Jens Lehmann wurde mit folgenden Wort aufgemuntert: "Guck dir mal an, wie der Düsseldorfer Schmadtke hält."

Die Spieler sprachen sich in Billerbeck gegen den Trainer aus, und Eichberg reagierte nicht zuletzt vor dem Hintergrund des drohenden Abstiegs. Klaus Fischer, der die Amateure kurz vorher in die Oberliga geführt hatte, übernahm die Mannschaft. Mit ihm gelang der Klassenerhalt, Ristic heuerte vier Monate später wieder bei Fortuna Düsseldorf an. Mittlerweile trainiert der heute 59-Jährige den Zweitligisten Union Berlin.

       
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