02.05.2004: Vor 31 Jahren rettete Ivica Horvat Schalke durch Besonnenheit vor dem Abstieg

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Das Spielgeschehen wurde fast zur Nebensache. Der 3:2-Erfolg des FC Schalke 04 am 5. Mai 1973 gegen Eintracht Frankfurt war für die königsblauen Anhänger nicht nur ein Sieg über die Hessen, sondern auch über den DFB. Trainer-Fuchs Ivica Horvat ermöglichte durch seine Besonnenheit den Wendepunkt im Abstiegskampf 1973.

Der Streit zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und den Knappen war zu diesem Zeitpunkt nach den Sperren als Folge des Bundesliga-Skandals von 1971 eskaliert. Der Vereinsvorstand der Knappen setzte vor Gericht eine Einstweilige Verfügung durch, die dem FC Schalke 04 eine Strafe in unbegrenzter Höhe androhte, wenn er die gesperrten Klaus Fischer und Jürgen Sobieray nur deshalb nicht einsetzte, weil er Angst vor den vom DFB angedrohten Folgen (Lizenzentzug und Platzsperre für den Verein, lebenslange Sperre für die Spieler) hat.

Eine ganz heikle Situation für Trainer Ivica Horvat, der im Ringen um den Verbleib in der Bundesliga jeden Mann gebrauchen konnte. Schalke stand als Vize-Meister fünf Spieltage vor Schluss auf einem Abstiegsplatz. Doch der jugoslawische Trainer verzichtete auf die beiden Leistungsträger. Mit folgender Begründung: "Fußballspiele müssen auf dem Platz gewonnen werden - vor Gericht kann man keine Punkte holen!"

Und Präsident Günter Siebert forderte er am Tag vor dem Spiel auf: "Geben Sie mir ein Stück Papier, auf dem steht, dass ich Fischer einsetzen muss." Eine salomonische Vorgehensweise, zumal die Mannschaft das in sie gesetzte Vertrauen nicht enttäuschte.

Das junge Team um Norbert Nigbur, Klaus Scheer und die Kremers-Zwillinge schlug in einem packenden Spiel die Auswahl von Trainer Erich Ribbeck mit 3:2. Dabei ließen sich die Knappen weder von den beiden Ausgleichstoren der Eintracht noch von einem verschossenen Elfmeter von Helmut Kremers aus dem Konzept bringen. Zwei Minuten vor dem Ende erzielte Paul Holz das umjubelte Siegtor.

20.000 Schalker lagen sich in den Armen, weinten und sangen: "Der FC Schalke wird nie untergehn." Nach drei weiteren Siegen aus den restlichen vier Spielen beendeten die Königsblauen die Saison als 15. - nur drei Punkte besser als Absteiger Eintracht Braunschweig.

FC Schalke - Eintracht Frankfurt 3:2 (1:1)

Schalke 04: Nigbur, Dubski, van den Berg (36. Holz), H. Kremers, Huhse (41. Manns), Braun, Beverungen, E. Kremers, Budde, Scheer, Ehmke

Frankfurt: Wienhold, Reichel, Kliemann, Trinklein (72. Parits), Körbel (57. Rohrbach), Nickel, Kalb, Weidle, Hölzenbein, Kraus, Grabowski

Tore: 1:0 Braun (25.), 1:1 Nickel (35.), 2:1 Ehmke (46.), 2:2 Hölzenbein (74.), 3:2 Holz (88.)
Zuschauer: 25.000
SR: Ohmsen (Hamburg)

       
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