08.05.2004: Vor 56 Jahren wurde Norbert Nigbur geboren

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Für die Schalker Fans ist er die absolute "Nummer eins" im Trikot der Königsblauen. Als die Anhänger 1999 aufgerufen wurden, einen Schlussmann für die Jahrhundert-Elf zu bestimmen, fiel die Wahl eindeutig aus. Nicht Meistertorwart Hans Klodt (1227 Stimmen) oder UEFA-Cup-Held Jens Lehmann (3501) machten das Rennen. Mit 5350 Zuschriften hatte Norbert Nigbur, der am 8. Mai 1948 in Gelsenkirchen-Heßler geboren wurde, die Nase vorn.

Mit unglaublichen Reflexen auf der Linie brachte Nigbur in der 70er und 80er Jahren die gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung. Er war der große Rückhalt der legendären Mannschaft, die 1972 den DFB-Pokal gewann und im gleichen Jahr nur knapp an der Deutschen Meisterschaft vorbeischrammte. Sein wohl spektakulärstes Spiel bestritt der Schlussmann im denkwürdigen Halbfinale des DFB-Pokals 1972 gegen den 1. FC Köln, in dem nicht weniger als 22 (!) Elfmeter geschossen wurden.

Dass die Knappen am 10. Juni 1972 das Endspiel erreichten, hatten sie zu einem großen Teil Norbert Nigbur zu verdanken. Sein gehaltener Strafstoß kurz vor Ende der Nachspielzeit gegen den Kölner Werner Biskup ermöglichte erst das Elfmeterschießen. Im Duell vom Punkt wurde der Keeper dann an diesem Abend in der Glückauf-Kampfbahn zum Held. Er parierte nicht nur zwei Schüsse, sondern trat zudem selbst einmal an und verwandelte sicher. Drei Wochen später gewann Schalke mit einem 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern den Pott.

Trotz seiner Glanzleistungen im Verein konnte er sich in der DFB-Elf nie richtig durchsetzen. Zwar wurde Nigbur bereits in jungen Jahren in die Jugend-Nationalmannschaft berufen. Bei den Senioren kam er an einem Mann nicht vorbei. Sepp Maier war bei Bundestrainer Helmut Schön gesetzt. Und da die Katze von Anzing 13 Spielzeiten in Folge (1966-79) ohne eine gravierende Verletzung überstand, absolvierte er lediglich sechs Partien im Dress mit dem Adler auf der Brust. Allerdings wurde er als Ersatzmann bei der WM 1974 Weltmeister. Als er zur Europameisterschaft 1980 das Erbe des verletzten Sepp Maier antreten sollte, machte ihm eine Meniskusoperation einen Strich durch die Rechnung. Danach vermochte der Torhüter nicht mehr an seine gewohnte Form anknüpfen und wurde im Oktober 1982 nach schwächeren Leistungen aus dem Tor genommen und durch Walter Junghans ersetzt.

Nigbur blieb bis auf drei Jahre, die er bei Hertha BSC Berlin verbrachte, bei dem Verein, für den er schon in der Jugend die Fußball-Stiefel schnürte. Von 1966 bis 1983 hütete er in 393 Ligaspielen (38 davon im Unterhaus) das Tor der Knappen. Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten im Kampf um den Platz in der Schalker Jahrhundert-Elf, Jens Lehmann, gelang ihm in den 17 Jahren jedoch kein Pflichtspieltor.

       
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