10.05.2004: Vor 33 Jahren wurde Tomasz Waldoch geboren

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Seit fast fünf Jahren ist er ein Schalker, vier davon als Kapitän der Mannschaft. Tomasz Waldoch, der am 10. Mai 1971 im polnischen Danzig geboren wurde, ist ein Muster-Profi und Vorbild von den Haarspitzen bis zu den Stollen. Ein tadelloser Sportsmann, dem beim Pokalsieg 2001 in Berlin eine ganz besondere Ehre zuteil wurde.

Nach dem 2:0 im Endspiel gegen Union Berlin stieg Tomasz Waldoch als letzter Schalker auf das Podium. Der Kapitän im Klubanzug und mit Spielführerbinde über dem Ärmel - völlig verdutzt überreichte ihm DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder den "Pott". Tomasz, der wegen einer im letzten Saisonspiel gegen Unterhaching erlittenen Adduktoren-Zerrung zum Zuschauen verdammt war, reckte die Trophäe in den Himmel, das Feuerwerk krachte los, es regnete Konfetti - eine Szene, bei der ganz Schalke eine Gänsehaut bekam.

Waldoch mit glänzenden Augen: "Huub Stevens hatte mir vor dem Spiel gesagt: Du gehst dann zuletzt hoch und nimmst den Pokal. Eine sensationelle Geste des Trainers und der Truppe." Demonstrativer Dank an den Spielführer, der nach der Super-Saison 2000/2001 ausgerechnet im Finale nicht mitwirken konnte. Doch der "Pott" und die rauschende Pokalparty mit über 40.000 Fans im Olympiastadion lösten Waldochs Frust endgültig in Luft aus. Mit königsblauer Perücke kam er aus der Kabine, strahlte so, als wenn er 90 Minuten lang gegrätscht hätte: "Ja, ich habe meinen ersten Titel gewonnen."

Auf dem Bankett im Berliner Nobel-Hotel "Steigenberger" durfte er dann eine Rede halten: "Ich bin unheimlich stolz auf uns. Was soll ich euch noch erzählen?" Riesen-Applaus! Große Worte in so einem Ambiente liegen dem gelernten Bäcker nicht, er redet lieber hinter den Kulissen Klartext. Seine Aussagen haben Gewicht auf Schalke. Seine Taten aber auch, denn ein Jahr später stand er als Kapitän auf dem Rasen, als die Knappen den DFB-Pokal mit einem 4:2-Sieg gegen Bayer Leverkusen verteidigten.

Es war keine Überraschung, dass Waldoch, der das Fußball-ABC bei Stoczniowiecz Gdansk erlernte und über Gornik Zabrze (1988-94) und den VfL Bochum (1994-99) im Sommer 1999 nach Gelsenkirchen kam, bereits in seiner zweiten Saison in Königsblau zum Kapitän gewählt wurde. Auf dem Platz ein unermüdlicher Abwehrstratege, der durch gutes Stellungsspiel und ausgezeichnete Zweikampf-Werte überzeugt, abseits des grünen Rasens ein nachdenklicher Familien-Vater, der Verantwortung nicht scheut.

Waldoch stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. Erfolg des Kollektivs geht über das Schicksaal des Einzelnen. Das gilt auch für ihn selbst. Als er zu Beginn der Rückrunde 2003/2004 bei Trainer Jupp Heynckes nicht mehr erste Wahl war, forderte der 74-malige polnische Nationalspieler nicht vehement und öffentlichkeitswirksam einen Platz in der Start-Elf. Stattdessen schwieg er, trainierte weiter und versuchte seinen Coach durch Leistung zu überzeugen.

Der Olympia-Zweite von 1992 ist clever, ohne dabei bauernschlau zu wirken. Und er kann über sich selbst schmunzeln. Im Schalker Jahrbuch 2001/2002 antwortete er auf die Frage in Anspielung auf das dramatische Bundesliga-Finale am 19. Mai 2001, was sich alles in 4:38 Minuten erledigen lasse: "Von Bochum nach Gelsenkirchen - wenn ich mal verschlafen habe."

       
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