15.05.2004: Vor 39 Jahren wurde erster sportlicher Abstieg besiegelt

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Die Fans konnten es nicht fassen. Nach dem 4:2-Sieg beim Hamburger SV am letzten Spieltag war es amtlich: Schalke 04, obwohl mit fünf Nationalspielern - Koslowski, Libuda, Herrmann, Nowak, Schulz - gespickt, musste absteigen. Die Entscheidung auf dem grünen Rasen war gefallen - die am grünen Tisch jedoch noch nicht.

Perfekt war der Gang in die Zweitklassigkeit schon eine Woche früher, als die Knappen in der Glückauf-Kampfbahn dem MSV Duisburg mit 1:2 unterlagen. Am 15. Mai spielten die Knappen im Volksparkstadion ihr scheinbar letztes Erstligaspiel. Doch im Sommer 1965 folgte die Wende: Hertha BSC wurde wegen "laufender Verstöße gegen das Bundesligastatut" zum Zwangsabstieg verdonnert. Beim Kauf von Spielern hatten die Berliner zu viel Geld bezahlt. Für die DFB-Funktionäre stellte sich damals die Frage, wie die entstandene Lücke in der Liga gefüllt werden sollte.

Der Karlsruher SC, Tabellenvorletzter, erhob den Anspruch, drin bleiben zu dürfen. In der Sitzung des Deutschen Fußball-Bundes vom 3.Juli 1965 erklärte schließlich der DFB-Vorstand, dass die sportlich abgestiegenen Badener in der Bundesliga verbleiben.

Diese Entscheidung zog Proteste nach sich. Schlusslicht Schalke 04 war mit der Regelung nicht einverstanden. Ein Mann namens Fritz Klein, ein Ministerialrat aus dem Justizministerium in Düsseldorf, argumentierte: "Die sportliche Gerechtigkeit fordert, keine Präzedenzfälle zu schaffen. (...) Entscheidet man sich aber für den KSC, dann muss auch Schalke eine Chance haben."

Es folgte ein leidenschaftlicher Appell an das Traditionsbewusstsein der Delegierten. Die Seelenmassage war so gründlich, dass von 128 Delegierten 95 für Schalke als 18. Verein in der Bundesliga stimmten. Der sportliche Abstieg wurde aufgehoben.

So beließ der DFB beide Clubs in der Liga. Dazu kamen die Aufsteiger FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach sowie aus politischen Gründen mit Tasmania 1900 ein Berlin-Vertreter - die Bundesliga zählte fortan 18 statt 16 Vereine.

       
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