22.05.2004: Vor fünf Jahren erzielte Hami sein erstes Liga-Tor

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"Er möchte der erste Türke sein, der sich im Ausland durchsetzt." Manager Rudi Assauer formulierte das Ziel, das sich Hami Mandirali 1998 bei seinem Wechsel von Trabzonspor zu Schalke 04 gesetzt hatte. Die Knappen waren auf der Suche nach einem torgefährlichen Angreifer, der Nationalspieler sollte die Vakanz ausfüllen. Doch die Rechnung ging nicht auf. Erst am vorletzten Spieltag der Saison erzielte der damals 30-Jährige sein erstes Tor für die Knappen und kehrte nach Saisonende wieder in die Türkei zurück.

Der sensible Familienvater kam im Ruhrgebiet nie zurecht. Eine Entwicklung, die Trainer Huub Stevens bereits zu Saisonbeginn befürchtet hatte. "Man darf ihn nicht zu sehr unter Druck setzen: weder die türkische Gemeinschaft noch Fans oder Medien", mahnte der holländische Coach vor dem ersten Heimspiel im Schalker Kreisel.

Dabei fing alles vielversprechend an. In den Vorbereitungsspielen bestach Hami durch Schnelligkeit, enge Ballführung, gefährliche Freistöße, scharfe Ecken und einen strammen Schuss. Was zu diesem Zeitpunkt die Mannschaft nicht wusste: Hami schleppte eine nicht auskurierte Sprunggelenksverletzung mit sich rum.

In der Türkei einer der populärsten Fußballer des Landes, auf Schalke nur einer von vielen: Das musste Hami erst einmal verkraften. Coach Stevens erwartete von ihm, dass er wie alle anderen auch Defensiv-Aufgaben übernahm, Hami indes sah sich seiner Stärke beraubt. "Ich kann nicht der Hami aus der Türkei sein", beschwerte er sich. "Weil der Hami aus der Türkei in der Offensive alle Freiheiten hat."

Der Künstler sollte malochen. Die Missverständnisse nahmen ihren Lauf. In der Mannschaft wirkte er nicht zuletzt wegen der Sprachbarriere immer isolierter, auf dem Feld waren seine Defizite offensichtlich: Hami ließ Aggressivität, Spritzigkeit und Einsatz vermissen. Zudem ereilte ihn Ende 1998 ein Schicksalsschlag. Sein Vater starb.

Hami hatte Heimweih. Auf die Frage im Schalker Jahrbuch, wo er gerne leben würde und warum, antwortete er: "In Trabzon - dort bin ich geboren, dort ist meine Heimat, dort habe ich all meinen Besitz. Ohne Trabzon und Trabzonspor würde es Hami nicht geben."

Er wirkte wie der biblische Samson, dem man in der Ferne seine Haare abgeschnitten hatte und ihm damit seiner Kraft raubte. Die guten Auftritte mit Trabzon gegen Schalke waren vergessen, lediglich ein paar Distanzschüsse zeugten von der ehemaligen Qualität des Türken. Nach über 50 vergeblichen Versuchen in der Bundesliga markierte er am 22. Mai 1999 gegen Eintracht Frankfurt mit einem Freistoßkracher sein erstes Bundesligator. Auch wen beim abschließenden 5:4 zum Saisonkehraus beim TSV München 1860 zwei weitere Treffer - ein Freistoß und ein Elfmeter - folgten, verließ Hami nach nur einer Spielzeit das Ruhrgebiet wieder. Er brachte es im Trikot der Königsblauen auf lediglich 22 Bundesligaspiele.

FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 2:3 (2:1)
Schalke: Reck, Müller, Thon, Max, Kmetsch, Hami Mandirali (63. Eijkelkamp), Alpugan, Held, Nemec, Tapalovic, Wilmots (67. Anderbrügge)
Frankfurt: Nikolov, Zampach (81. U. Schneider), Weber, Fjörtoft (88. Gebhardt), Pedersen, Sobotzik, Schur, B. Schneider, Janßen, Bindewald, Chen Yang (60. Westerthaler)
Tore: 1:0 Held (5.), 2:0 Hami Mandirali (14.), 2:1 Fjörtoft, 2:2 Sobotzik (54./Handelfmeter), 2:3 Janßen (75.)
Zuschauer: 51.300
SR: Merk

       
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