27.05.2004: Vor neun Jahren taten die Knappen den Schwarz-Gelben einen großen Gefallen

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Viel war vor dem Schalker Heimspiel gegen Werder Bremer am 27. Mai 1995 spekuliert worden. Vor allem darüber, dass die Blau-Weißen den Nachbarn in Schwarz-Gelb keinen Gefallen tun würden. Die Dortmunder waren nämlich auf die Mithilfe der Knappen angewiesen, wollten sie doch noch Deutscher Meister werden. Aber die Schalker enttäuschten den Revierrivalen nicht und gewannen 4:2 (2:0).

Das Team von Trainer Jörg Berger, das schon längst gerettet war und die Saison locker hätte ausklingen lassen können, bot dem Tabellenführer einen begeisternden Kampf. Von der ersten Minute an war spürbar, dass sich die Schalker Profis für die 1:2-Niederlage in Dresden rehabilitieren wollten. Und nach dem frühen Führungstor (8.) von Ingo Anderbrügge spielten die Akteure auf dem Rasen mit denen auf der Tribüne Doppelpass.

"Das Publikum war heute sehr wichtig", sagte Coach Berger. "Sie standen von der ersten Minute hinter uns und haben uns sehr geholfen." Werders Otto Rehhagel lobte nach der schwachen Vorstellung seiner Elf: "Schalke hat heute wie eine Mannschaft gespielt, die Meister werden will - wir höchstens wie ein UEFA-Pokal-Anwärter."

Matchwinner war ausgerechnet ein ehemaliger Bremer. Stefan Kohn, der mit den Norddeutschen 1992 den Europapokal der Pokalsieger sowie 1993 die Deutsche Meisterschaft gewann, aber danach zum 1. FC Köln abgeschoben wurde, versetzte seinem ehemaligen Arbeitgeber einen empfindlichen Schlag im Kampf um den Titel. Der Angreifer erzielte nach Vorarbeit von Youri Mulder das 2:0 (24.) und erhöhte in der 48. Minute auf Vorlage von Hendrik Herzog auf 3:0. Der vierte Treffer war dem Dreh- und Angelpunkt des Schalker Spiels an diesem Tag vorbehalten. Jiri Nemec, der große Schweiger aus Tschechien, traf nach gut einer Stunde zum 4:0.

Etwas redseliger war hinterher Mario Basler. Zwar ließ er die Journalisten mit einem "Ich habe keine Zeit!" stehen, doch die Mitarbeiter der TV-Stationen ARD und SAT 1 bekamen ein paar Nettigkeiten zu hören. "Macht endlich die sch... Kamera aus", fauchte der Nationalspieler. Basler war stocksauer über die verpasste Meisterschafts-Chance, durch die Niederlage von Werder im Parkstadion kamen die Dortmunder noch einmal heran. Am letzten Spieltag schließlich zog die Elf von Ottmar Hitzfeld an den Bremern vorbei, die beim FC Bayern verloren, während der BVB gegen Hamburg gewann. Doch ohne die Schützenhilfe der Königsblauen wäre es mit der Dortmunder Meisterschaft 1995 vermutlich nichts geworden.

FC Schalke 04 - Werder Bremen 4:2 (2:0)

Schalke: Lehmann, Büskens, Eigenrauch, Latal, Linke, Müller, Kohn (73. Prus), Herzog Anderbrügge, Mulder, Nemec (69. Scheer)

Werder: Reck, Bode, Wiedener, Schulz, Basler, Borowka (63. Sauer), Bestchastnykh (46. Bester), Eilts, Votava, Hobsch, Herzog

Tore: 1:0 Anderbrügge (8.), 2:0 Kohn (24.), 3:0 Kohn (48.), 4:0 Nemec (61), 4:1 Herzog (82.), 4:2 Herzog (83.)
Zuschauer: 40.870
SR: Steinborn (Sinzig)

       
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