06.06.2004: Vor 23 Jahren geschah das Unfassbare: Schalke 04 stieg ab

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Nein, die Erde hat nicht gezittert. Und auch die Sonne hat sich nicht verfinstert, aber die Gefühlswelt der Schalker Anhänger war aus den Fugen geraten. Nach dem 0:2 beim 1. FC Kaiserslautern am 6. Juni 1981 stand fest: Erstmals seit 1926 waren die Königsblauen nicht mehr erstklassig.

Auf dem Betzenberg stand die Auswahl von Interimscoach Rudi Assauer, der zusammen mit Heinz Redepenning die Mannschaft betreute, auf verlorenem Posten. Angetrieben von Nationalspieler Hans-Peter Briegel kamen die Lauterer immer wieder gefährlich vor das Tor von Norbert Nigbur. Dass die Hausherren am Ende lediglich zwei Treffer erzielten, war auf ihren fahrlässigen Umgang mit ihren Möglichkeiten zurückzuführen. Reiner Geye köpfte das Leder an die Latte, und Erhard Hofeditz, Johannes Riedl, Benny Wendt sowie Friedhelm Funkel versiebten hundertprozentige Chancen.

Nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Karl-Heinz Tritschler brachen bei vielen Schalkern alle Dämme. Gestandene Männer lagen sich in den Armen und weinten hemmungslos. Während Betreuer Charly Neumann die völlig aufgelösten Fans mit Sätzen wie "Jungens, wir kommen wieder!" aufmuntern wollte, zog Kapitän Klaus Fischer ein nüchternes Fazit: "Wir sind nicht erst heute abgestiegen. Wenn Rudi Assauer sechs Wochen früher gekommen wäre, hätte Schalke in der Bundesliga bleiben können."

Für die Nationalspieler war Trainer Fahrudin Jusufi der Hauptschuldige für die sportliche Talfahrt des Traditionsvereins. Er warf ihm eine falsche Dosierung beim Training und taktische Fehler vor. Jedoch wäre es zu einfach, es nur an dem Jugoslawen festzumachen. Es war vielmehr eine Verkettung von Fehlentscheidungen und einem komplizierten Schienbeinbruch.

Den erlitt Klaus Fischer am 22. März 1980 im Heimspiel gegen Bayer Uerdingen. Der Torjäger vom Dienst fiel zehn Monate aus. Zudem machte Präsident Hans-Jürgen Fenne im Sommer 1980 wegen finanzieller Probleme einen Schnitt. Er transferierte Rüdiger Abramczik nach Dortmund, ließ Helmut Kremers sowie Klaus Fichtel ziehen und verkaufte in der Winterpause Wolfram Wuttke und Rolf Rüssmann. Zu allem Überfluss konnte Norbert Nigbur nach seiner Knieoperation im Sommer 1980 nie an seine Form der 70er Jahre anknüpfen.

Die Vereinsführung verließ sich auf Leute wie den österreichischen Spielmacher Kurt Jara. Und der fand etwa nach dem 0:6 gegen den VfL Bochum am 9. Mai 1980 eine höchst eigenwillige Erklärung für das Desaster: "Ich bin eben kein Kämpfertyp. Wenn es nicht läuft, läuft es nicht."

1. FC Kaiserslautern - FC Schalke 04 2:0 (1:0)

Lautern: Hellström, Neues, Briegel, Wolf, Funkel, Melzer, Bongartz (50. Dusek), Riedl, Wendt, Hofeditz (78. Brummer), Geye

Schalke: Nigbur, J. Täuber (70. Winkel), Dzoni, Kruse, Thiele, Drexler, Jara, Bittcher, Fischer, Elgert, Szymanek (70. Opitz)

Tore: 1:0 Wendt (7.), 2:0 Brummer (85.)
Zuschauer: 20.271
SR: Tritschler (Freiburg)

       
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