08.06.2004: Vor 19 Jahren sah der "Boxer" Klaus Täuber seine einzige rote Karte

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"Darüber gehen wir nicht so einfach wieder zur Tagesordnung über. Auf jeden Fall werde ich ihn mir vorknöpfen." Schalkes Trainer Diethelm Ferner war richtig sauer. Sein gefährlichster Angreifer Klaus Täuber ließ sich beim bedeutungslosen Saisonfinale am 8. Juni 1985 gegen den Hamburger SV zu einer Tätlichkeit hinreißen, die der Schiedsrichter mit einem Feldverweis ahndete.

Es passierte in der 55. Minute: Hamburgs Verteidiger Bernd Wehmeyer holte den bulligen Schalker Stürmer von den Beinen, beide gingen zu Boden. Als der heutige HSV-Team-Manager wieder stand, stieß Täuber ihn weg. Referee Aron Schmidhuber zögerte keine Sekunde und zeigte dem Mann im königsblauen Dress die rote Karte.

Während Wehmeyer sich hinterher beklagte, sein Gegenspieler habe ihn "mit dem Ellbogen am Hals getroffen", wies Täuber alle Schuld von sich: "Ich habe Wehmeyer nur leicht weggeschubst, aber der ließ sich fallen. Der Schiedsrichter ist auf die Schauspielerei hereingefallen."

Schmidhuber jedoch hatte eine Tätlichkeit gesehen. Die Medien stürzten sich anschließend auf das Thema, für sie hatte der "Boxer" wieder zugeschlagen. Ein Beinamen, den er nicht nur seinem Geburtsdatum, er erblickte am gleichen Tag (17. Januar) wie Muhammad Ali das Licht der Welt, zu verdanken hat. Täuber: "Mein Spitzname sagt schon einiges über meine Charaktereigenschaften aus."

Täubers Spiel war körperbetont. Er setzte seinen massigen Körper geschickt ein und schonte weder sich noch den Gegner. Das brachte ihm einen unrühmlichen Titel ein: Die deutschen Abwehrspieler wählten Täuber nach einer Umfrage zum "größten Klopper der Liga". Er teilte kräftig aus, musste aber ebenso einiges einstecken. Immer wieder zwangen ihn schwere Verletzungen wie Schien- und Wadenbeinbrüche sowie komplizierte Bänderrisse zu längeren Pausen.

Die Karriere des gebürtigen Franken begann bei der Spielvereinigung Erlangen. Über den 1. FC Nürnberg und die Stuttgarter Kickers landete er 1983 beim FC Schalke 04, für den vorher und später auch seine beiden Brüder Jürgen (1980/81) und Stephan (1986/87) spielten. Klaus schoss den Verein 1984 mit 19 Treffern zurück in die erste Liga, wurde unumstrittener Leistungsträger und mauserte sich in seinem ersten Bundesliga-Jahr für die Knappen (18 Tore) zu einem überdurchschnittlichen Goalgetter.

Insgesamt markierte er in seiner Bundesliga-Laufbahn (137 Spiele für Nürnberg, Schalke und Leverkusen) 51 Tore, denen 21 gelbe Karten gegenüberstanden. Einen Platzverweis in der höchsten deutschen Spielklasse indes erhielt Täuber nur eine einziges Mal - am 8. Juni 1985. Im November 1988 musste er die Fußball-Schuhe an den Nagel hängen. Beim Training erlitt er eine Bandscheiben-Verletzung.

Klaus Täuber ist heute Trainer. Er betreute unter anderem sieben Jahre die Amateure von Schalke 04 und ist momentan Coach bei ETB SW Essen.

Hamburger SV - FC Schalke 04 2:0 (1:0)

HSV: Stein Wehmeyer, Jakobs, Plessers, Schröder, Soler, Magath, Rolff (64. Hofmeister), Steffen (66. Schuhmann), von Heesen, Wuttke

Schalke: Macak, Kruse (75. Berge), Fichtel, Schipper, Dietz, Opitz, Dierßen, Eilenfeldt, Thon, Täuber, Hartmann

Tore: 1:0 Schröder (21.), 2:0 Wuttke (74.)
Zuschauer: 12.700
SR: Schmidhuber

       
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