09.06.2004: Vor 31 Jahren gab es den Abschied von der Glückauf-Kampfbahn

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Mit ihren annähernd 40.000 Zuschauerplätzen durfte sich die Glückauf-Kampfbahn drei Jahrzehnte das größte vereinseigene Fußball-Stadion Deutschlands nennen. Am 9. Juni 1973 schließlich war die Kultstätte zum letzten Mal Austragungsort eines Pflichtspiels der ersten Mannschaft des FC Schalke 04.

Und noch einmal verwandelte sich die legendäre Arena 14 Minuten vor dem Ende in ein Tollhaus voller Freude und Leidenschaft. In der Bundesliga-Begegnung zwischen Schalke 04 und dem Hamburger SV erzielte Klaus Beverungen das 1:0 für die Gastgeber. Damit war der letzte Zweifel beseitigt: Der Traditionsverein konnte trotz der Sperren im Sog des Bundesliga-Skandals mit einer jungen Mannschaft die Klasse halten. Nico Braun sorgte zehn Minuten später für den 2:0-Endstand.

Willi Koslowski, Mitglied der 58er Meistermannschaft, gerät noch heute ins Schwärmen, wenn er an die Glückauf-Kampfbahn denkt: "Eine dolle Stimmung. Keine Zäune, die Zuschauer nur zwei, drei Meter von der Außenlinie entfernt. Manche hingen sogar in den Bäumen oder auf den Flutlichtmasten."

Die Heimstätte der Knappen hat viele legendäre Spiele gesehen. Nachdem die Sperre des WSV - Schalke hatte seinen Spieler zu viel Handgeld bezahlt - 1931 abgelaufen war, pilgerten 70.000 Menschen in die Glückauf-Bahn, um ein 1:0 von Kuzorra, Szepan und Co. gegen Fortuna Düsseldorf zu sehen. Hier wurde der Grundstein für sieben Meisterschaften gelegt, hier gab es das unvergessliche 21-Elfmeter-Halbfinale gegen den 1. FC Köln, was der Mannschaft von Ivica Horvat den Einzug ins DFB-Pokal-Finale 1972 ermöglichte. Vereine wie Arsenal London, Atletico Madrid und Dynamo Moskau gaben am Schalker Markt ihre Visitenkarte ab.

Schon 1927 beschloss die Vereinsführung um den Vorsitzenden Fritz "Papa" Unkel, seinem Stellvertreter Oskar Köttgen und Finanzobmann Willi Nier den Bau des Stadions. Ein Jahr später wurde die Anlage mit einer Festwoche im September eingeweiht.

Nicht nur, dass die Glückaufkampfbahn dem Verein regelmäßig üppige Eintrittsgelder in die Kasse spülte, 1964 rettete das Stadion den Club sogar vor der Pleite. Die Schalker konnten damals den finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, den Königsblauen drohte der Lizenzentzug. Die Banken zeigten dem Vorstand die kalte Schulter, zum Glück sprang die Stadt Gelsenkirchen ein. Sie zahlte nach einer Ratssitzung im Juni 1964 die stolze Summe von 800.000 Mark für die in die Jahre gekommene Anlage. Damit konnte der Vorstand die ärgsten Schulden begleichen und die Forderungen des DFB erfüllen.

Seit dem Umzug der Schalker Profis ins Parkstadion im August 1973 steht die Glückauf-Kampfbahn den Jugend- und in der kommenden Saison auch wieder den Amateur-Fußballern zur Verfügung.

FC Schalke 04 - Hamburger SV 2:0 (1:0)

Schalke: Nigbur, Klein, Holz, H. Kremers, Huhse, Ehmke, Beverungen, E. Kremers, Budde, Scheer, Braun

HSV: Kargus, Kaltz, Nogly, Schulz, Hidien (53. Krobbach), Björnmose, Volkert, Zaczyk, Hönig, Memering

Tore: 1:0 Beverungen (76.), 2:0 Braun (86.)
Zuschauer: 36.500
SR: Aldinger

       
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