10.06.2004: Vor 32 Jahren fand das legendäre 21-Elfmeter-Spiel statt

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Agatha Christie oder Alfred Hitchcock hätten sie nicht spannender schreiben können: die Geschichte vom Halbfinal-Rückspiel im DFB-Pokal zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Köln. Drei Mal hatten die Kölner an diesem 10. Juni 1972 Machtball - drei Mal wehrte ihn Norbert Nigbur ab. Erst nach 21 Strafstößen stand Schalke als Sieger dieses denkwürdigen Pokal-Kampfes fest.

Es war das vorweggenommene Endspiel in diesem Wettbewerb, den die Königsblauen drei Wochen später mit einem 5:0 gegen Kaiserslautern gewannen. Die Situation vor dem Endspiel war für das Team von Trainer Ivica Horvat denkbar schlecht. Sie hatten die erste Partie in Köln - damals gab es Hin- und Rückspiel - mit 1:4 verloren, mussten also in der Glückaufkampfbahn drei Tore aufholen.

Was zum Erstaunen der 35.000 Zuschauer und zur Freude der vielen Schalker Anhänger schon nach 41 Minuten der Fall war. Der Rückstand hatte sich in Luft aufgelöst. Durch Tore von Fischer, Rüssmann und Scheer stand es 3:0.

Doch bereits 60 Sekunden später folgte der Rückschlag: Hannes Löhr verkürzte und legte nach einer knappen Stunde zum 2:3 aus Sicht der Kölner nach, was in der Addition der beiden Begegnungen ein 6:4 für den FC ergab. Nun mussten die Schalker noch zweimal den Ball im gegnerischen Tor unterbringen, um nicht auszuscheiden.

Die Zeit lief gegen die Hausherren, die zehn Minuten vor dem Ende den zweiten Strafstoss des Tages zugesprochen bekamen. Zum Entsetzen der Schalker Vereinsfamilie verschoss Klaus Beverungen, Schalke war kaum noch zu retten.

In der 85. Minute dann der Hoffnungsschimmer. Erneut Elfmeter für Schalke: Dieses Mal trat Helmut Kremers an, der den Ball sicher im Kölner Tor unterbrachte. Die Minuten verrannen. Doch weil die Kölner unablässig den Ablauf verzögerten, ließ Schiedsrichter Heckeroth 300 Sekunden nachspielen.

Als er die Pfeife schon zum Abpfiff im Mund hatte, wurde Rüssmann im Strafraum von Kapellmann umgerissen. Der Mann in Schwarz zeigte auf den Punkt. Elfmeter Nummer vier in der regulären Spielzeit: Wieder verwandelte Kremers - Verlängerung.

Und in der strapazierten die Kicker auf dem Rasen weiterhin die Nerven des Publikums. Zehn Minuten vor dem Ende gab der Mann in Schwarz den fünften Strafstoß. Der Kölner Biskup hatte die große Chance zum Sieg, aber Nigbur vereitelte den ersten Matchball.

Es folgte das Elfmeterschießen. Fischer und Löhr trafen sicher, dann jagte Libuda das Leder über die Latte. Jetzt war Schalkes Keeper Norbert Nigbur gefordert. Erst parierte er den Schuss von Overath, anschließend versenkte er den Ball sicher. Danach gaben sich Thielen, Helmut Kremers (zum dritten Mal!), Biskup, Erwin Kremers, Kapellmann, Klaus Fichtel und Simmet keine Blöße - 5:5.

Fassungslosigkeit im Schalker Lager: Klaus Beverungen scheiterte mit seinem zweiten Elfmeter an diesem Tag. Spiel-, Satz- und Siegball für Jürgen Glowacz, der siegessicher zur Vollstreckung antrat. Aber er hatte die Rechnung ohne Teufelskerl Nigbur gemacht, der seinen dritten Elfmeter in diesem Schocker-Spiel meisterte. Die Kölner waren konsterniert, Heinz van Haaren traf zum 6:5, Kölns Cullmann indes nur den Pfosten. Schalke hatte es geschafft: Nach 21 Elfmetern zog Schalke in das Finale um den DFB-Pokal ein.

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 5:2 (5:2, 3:1) - 6:5 i.E.

Schalke: Nigbur, Huhse, Rüssmann, Fichtel, H. Kremers, Lütkebohmert, van Haaren, Scheer (43. Beverungen), Libuda, Fischer, E. Kremers

Tore: 1:0 Fischer (14.), 2:0 Rüssmann (32.), 3:0 Scheer (41.), 3:1 Löhr (42.), 3:2 Löhr (59., Elfmeter), 4:2 H. Kremers (83., Elfmeter), 5:2 4:2 H. Kremers (90., Elfmeter)

Elfmeterschießen: 1:0 Fischer, 1:1 Löhr, Libuda verschießt, Nigbur hält gegen Overath, 2:1 Nigbur, 2:2 Thielen, 3:2 H. Kremers, 3:3 Biskup, 4:4 Kapellmann, 5:4 Fichtel, 5:5 Simmet, Beverungen verschießt, Nigbur hält gegen Glowacz, 6:5 van Haaren, Cullmann verschießt

       
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