13.06.2004: Vor 17 Jahren schlug die Kobra zum letzten Mal für Schalke zu

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Seine Sprüche sind Kult. Jürgen Wegmann fiel in den 80er und 90er Jahren nicht nur durch seine Tore sondern auch durch verbale Volltreffer auf. Am 13. Juni 1987 war der Angreifer, der sich selbst den Namen Kobra gab, zum letzten Mal für Schalke erfolgreich.

"Ich bin giftiger als die giftigste Kobra." Mit diesem Satz unterstrich der gebürtige Essener in den 80er Jahren seine Torgefährlichkeit. Am Ende seiner Karriere standen 69 Treffer in 203 Bundesliga-Spielen für Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayern München zu Buche.

Sein Profi-Debüt indes gab Jürgen Wegmann (*31.3.1964) im Frühling 1982 für RW Essen. Drei Wochen vor seinem 18. Geburtstag tauchte er zum ersten Mal gegen Fortuna Köln auf der großen Fußball-Bühne auf. Ein Einstand nach Maß: In der dritten Minute erzielte er das 1:0, am Ende gewann RWE 4:1.

Ein Jahr später verließ der Torjäger die Hafenstraße und ging für eine Millionen Mark zur Borussia aus Dortmund. Dort machte sich Wegmann 1986 unsterblich, als er im Relegationsspiel gegen Fortuna Köln mit einem Tor kurz vor dem Abpfiff seinen Arbeitgeber vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit bewahrte.

Der Mann, der seine Ausbildung zum Maler und Lackierer abbrach, wurde zu einem begehrten Objekt und entschloss sich 1986 zum Wechsel auf Schalke. Bei den Knappen sah er die größere sportliche Perspektive. "Ich bin noch jung. Und dass ich mit Olaf Thon ein Gespann in Schalke bilde, könnte sich vielleicht für die Nationalmannschaft auswirken, wenn Olaf dort einmal eine dominierende Rolle spielt."

Aber es kam anders. Die Spielzeit bei den Knappen stand für ihn unter keinem guten Stern. In der Vorbereitung auf die Saison brach sich Jürgen Wegmann den Mittelfußknochen. Erst am achten Spieltag konnte er über die volle Distanz gehen und steuerte gleich einen Treffer zum 4:3 gegen Fortuna Düsseldorf bei.

Doch die Unruhe im Vorstand beeinträchtigte die sportliche Entwicklung. Schalke wurde nur 13. und verkaufte den Sturm Täuber/Wegmann. Die Kobra ging nach München. Bei den Bayern wurde er zwar nicht Nationalspieler, markierte in zwei Jahren aber immerhin 26 Treffer und wurde 1989 Deutscher Meister. Sein persönlicher Höhepunkt war sicherlich das Tor des Jahres 1988.

Es war der 26. November 1988: Bayern gegen Nürnberg vor 23.000 Zuschauer im Olympiastadion. In der 35. Minute schlug Olaf Thon den Ball aus dem Halbfeld in den Strafraum. Die Flanke senkte sich über Jürgen Wegmann. Und die Kobra schnappte zu. Zwar konnte Wegmann den Ball kaum abschätzen, aber er hob ab und bugsierte die Kugel mit einem Scherenschlag volley in die linke Ecke.

Später kickte Wegmann, der den philosophischen Satz "Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu!" prägte, erneut bei Borussia Dortmund, Rot-Weiß Essen und beim MSV Duisburg sowie dem FSV Mainz. Heute arbeitet Wegmann im Merchandising-Bereich der Borussia.

Zum Abschluss noch ein echter Wegmann: "Das muss man verstehen, dass er Schwierigkeiten hat sich einzugewöhnen. Er ist die deutsche Sprache noch nicht mächtig."

FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 3:1 (0:0)

Schalke: Junghans, Hannes, Kruse, Jakobs, S. Täuber (52. Wegmann), Prus, Kleppinger, Patzke (46. Dierßen), Thon, Bistram, Marquardt

Eintracht: Gundelach, Körbel, Kraaz, Binz, Sievers, Falkenmayer, Möller (82. Krämer), Turowski, Mitchell, Müller, Smolarek

Tore: 1:0 Dierßen (52.), 1 :1 Falkenmayer (70.), 2:1 Marquardt (79.), 3:1 Wegmann (87.)
Zuschauer: 10.000
SR: Föckler

       
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