14.06.2004: Vor 35 Jahren unterlag Schalke dem "FC Müller"

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Die Pokalbilanz der Knappen sah in den letzten Jahren durchaus positiv aus. Zwei Mal gewannen die Schalker 2001 und 2002 den "Pott" und auch das drittletzte Endspiel mit Schalker Beteiligung konnten die Königsblauen 1972 mit 5:0 über Kaiserslautern siegreich bestreiten. Die Finalbilanz vor diesen drei Erfolgen war allerdings nicht besonders gut. In sieben Endspielen verließen die Königsblauen den Platz sechs Mal als Verlierer. Gegen den frischgebackenen Deutschen Meister FC Bayern München war Schalke 04 am 14. Juni 1969 in Frankfurt nicht ohne Chance, doch die Klasse eines einzigen Mannes entschied die Partie mit 2:1 für die Süddeutschen.

Der Plan von Schalke-Coach Rudi Gutendorf war einfach: Beckenbauer und Müller ausschalten und vorne sollten es Libuda, Wittkamp und Pohlschmidt richten. Bereits nach 13. Minuten bekam das Vorhaben allerdings einen Dämpfer. Nach einem schnell ausgeführten Einwurf erhielt August Starek das Leder, blieb aber hängen. Gerd Müller schaltete am schnellsten, ein kurzes Drehen nach links, Gegenspieler Klaus Senger lief ins Leere, und der Nationalspieler traf zum 1:0.

Sechs Minuten später der Ausgleich: Manfred Pohlschmidt führte 25 Meter vor dem Tor von Sepp Maier den Ball. Die Abwehr der Roten griff den Schalker nicht an, der Angreifer zog ab. Sein Schuss landete im langen Ecke - keine Abwehrchance für den Keeper der DFB-Elf.

Der Meister wankte und konnte sich beim "Bomber der Nation" bedanken, dass er nicht fiel. Zehn Minuten vor der Halbzeit stellte "kleines, dickes Müller" den alten Abstand wieder her. Er verwertete eine Ohlhauser-Flanke zum 2:1. Wieder kam Klaus Fichtel einen Tick zu spät, wieder stand Gerd Müller genau richtig und wieder erzielte er ein Tor mit dem linken Fuß.

Schrecksekunde für die Bayern in der 43. Spielminute: Maier konnte die Kugel nicht festhalten, und Pohlschmidt war da. Sein Schuss aus spitzem Winkel landete zum Entsetzen der Schalker jedoch neben dem Tor.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte musste Knappen-Keeper Norbert Nigbur Kopf und Kragen riskieren, um vor Müller zu klären. Im Anschluss waren die Mannen aus dem Ruhrpott zwar feldüberlegen, klare Torchancen hingegen boten sich nicht.

Zwischen der 60. und 70. Minute mussten die Königsblauen indes kräftig zittern. Die Bayern hatten Möglichkeiten im Minutentakt. Brenninger und Müller schossen vorbei, ein Starek-Ball wurde gehalten, Klaus Senger konnte in höchster Not vor Müller klären, und Nigbur stoppte Schmidt.

Noch ein einziges Mal hatten die Schalkern eine Gelegenheit zum Ausgleich. Ähnlich wie in der 43. Spielminute hatte Maier 18 Minuten vor dem Ende Probleme, den Ball festzuhalten. Erneut war Pohlschmidt da, erneut fand der Ball nicht den Weg ins Tor.

Kleiner Trost für die Mannschaft von Rudi Gutendorf: Durch die Teilnahme der Bayern am Europapokal der Landesmeister waren die Knappen für den Wettbewerb der Pokalsieger startberechtigt. Damit betraten die Königsblauen zum zweiten Mal nach 1958 das internationale Parkett.

Bayern München - Schalke 04 2:1 (2:1)

Bayern: Maier, Beckenbauer, Olk, Schwarzenbeck, Pumm, Ohlhauser, Schmidt, Starek, Roth, Müller, Brenninger

Schalke: Nigbur, Fichtel, Becher (60. Galbierz), Senger, Rausch, van Haaren (76. Slomiany), Neuser, Erlhoff, Wittkamp, Libuda, Pohlschmidt

Tore: 1:0 Müller (13.), 1:1 Pohlschmidt (19.), 2:1 Müller (35.)
Zuschauer: 64.000
SR: H. Fritz

       
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