18.06.2004: Vor 65 Jahren fegte Schalke Admira Wien vom Platz

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Dieser Triumph markiert den Höhepunkt des legendären Schalker Kreisels: Mit 9:0 schlugen die Knappen im Finale um die Deutsche Meisterschaft Admira Wien. Es war der höchste Endspielsieg in der Geschichte des deutschen Fußballs. Überragender Mann an diesem 18. Juni 1939 in Berlin war ein kleiner, wendiger Stürmer, der fünf Tore erzielte.

Nicht die Schalker Idole Ernst Kuzorra oder sein Schwager Fritz Szepan drückten dieser Partie nachhaltig den Stempel auf, sondern Ernst Kalwitzki. Der trickreiche Stürmer entwischte seinen Gegenspielern immer wieder und erzielte am Ende fünf der neun Tore, wobei der Schiedsrichter zwei weiteren Treffern die Anerkennung verweigerte. Beide Bestmarken - 9:0 in einem Endspiel und fünf Tore von Kalwitzki - wurden nie gebrochen.

Darin sind sich alle Experten einig: Die Schalker Elf, die 1939 mit einem 9:0 über Admira Wien Deutscher Meister wurde, ist die beste Mannschaft, die jemals das königsblaue Trikot getragen hat. Nie in der Historie der Endspiele um die Deutsche Meisterschaft fiel ein Ergebnis höher aus, nie war ein Team derart überlegen wie die Knappen an diesem Tag.

Dabei war Admira nicht ohne Chance in das Finale gegangen. Die Wiener Fußball-Schule genoss damals einen ausgezeichneten Ruf in Europa. An diesem Tag im Berliner im Olympiastadion jedoch dominierte nur ein Spielsystem: der Kreisel.

Die Schalker spielten, die Wiener liefen: so kann man die ersten Minuten des Finales beschreiben. Der Druck der Königsblauen auf das Tor der Wiener wurde immer größer, schon in der 7. Minute musste Admiras Keeper Buchberger zum ersten Mal den Ball aus dem Netz holen. Ernst Kalwitzki traf aus 20 Metern Entfernung.

Die Unordnung in der Abwehr der Wiener war nicht zu übersehen. Sie waren den Angriffen der Knappen regelgerecht ausgeliefert. Sieben Minuten nach dem 1:0 passierte der Ball zum zweiten Mal den Schlussmann der Wiener: "Ala" Urban verwandelte ein Zuspiel von Kuzorra.

Erst danach schienen die Admira-Kicker realisiert zu haben, dass sie in einem Endspiel um den Titel standen. Sie gaben ihren passiven Part auf und läuteten die Vorwärtsbewegung ein. Mit mäßigem Erfolg: Die Läuferreihe Berg, Tibulsky und Gellesch bremste den Angriffsschwung der Wiener.

Zwischen der 25. und 30. Minute entschied Kalwitzki die Partie vorzeitig. Erst verwertete er eine Steilvorlage von Szepan zum 3:0, dann schaltete er nach einem Pfostenschuss von Szepan am schnellsten und staubte zum 4:0 ab.

In Durchgang zwei fingen die Schalker an zu zaubern. Der Ball tanzte förmlich durch die Reihen. Die Mannen ganz in Weiß waren frustriert, und bei Mittelläufer Klacl mündete die ganze Unzufriedenheit in einer grob unsportlichen Aktion. Er schlug nach einer Rangelei Szepan mit einem rechten Schwinger zu Boden. Schiedsrichter Schulz verwies den Wiener umgehend des Feldes. Den fälligen Freistoß aus 30 Metern jagte Ötte Tibulsky zum 5:0 (53.) ins Netz.

Ein Ehrentreffer war der Admira nicht vergönnt. Obwohl Schilling nach einer knappen Stunde die große Chance dazu hatte. Der Unparteiische zeigte nach einem Handspiel von Otto Schweisfurth auf den Elfmeterpunkt. Schilling lief an und setzte den Ball an den Pfosten.

Kurze Zeit später hatte Sturmführer Kalwitzki seinen großen Auftritt. Der 29-Jährige wurde schön von Berg freigespielt, ließ die Verteidiger Marischka und Mirschizka aussteigen, umkurvte zudem Torwart Buchberger und trug das Leder förmlich zum 6:0 (53.) über die Linie. Das war bereits der vierte Torerfolg des Schalkers, der zehn Minuten vor dem Ende noch einen draufsetzte - 7:0.

Den Rest erledigte die Familie Kuzorra/Szepan. Erst machte der Mannschaftskapitän sein Tor, eine Minute vor dem Ende war sein Schwager erfolgreich. Mit dem 9:0 ging der FC Schalke 04 nach dem Anschluss Österreichs im Jahr 1938 als erster Fußballmeister Großdeutschlands in die Geschichtsbücher ein.

Admira Wien - Schalke 04 0:9 (0:4)

Admira: Buchberger, Mirschizka, Marischka, Hanreiter, Klacl, Urbanek, Vogl, Hahnemann, Stoiber, Durspekt, Schilling.

Schalke: H. Klodt, Bornemann, Schweisfurth, Gellesch, O. Tibulsky, Berg, Eppenhoff, Szepan, Kalwitzki, Kuzorra, Urban.

Tore: 0:1 Kalwitzki (7.), 0:2 Urban (12.), 0:3 Kalwitzki (25.), 0:4 Kalwitzki (30.), 0:5 O. Tibulsky (53.), 0:6 Kalwitzki (61.), 0:7 Kalwitzki (80.), 0:8 Kuzorra (84.), 0:9 Szepan (89.).
Zuschauer: 100.000
SR: Schulz

       
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