19.06.2004: Vor 21 Jahren verlor Jürgen Sundermann seinen Weinkeller

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Für ihn bestand kein Zweifel. Jürgen Sundermann war sich sicher, dass Schalke 04 unter seiner Regie 1983 nicht absteigen würde. Er war so fest davon überzeugt, dass er sogar seinen gesamten Weinkeller auf den Klassenerhalt setzte. Am 19. Juni 1983 schlug dem Club eine seiner schwärzesten Stunden und Sundermann verlor er seine Wette.

Schalke musste nach der Niederlage in der Relegation gegen Uerdingen der Bundesliga den Rücken kehren, und Präsident Dr. Hans-Joachim Fenne entließ kurze Zeit später den einstigen "Wundermann". Diesen Titel hatte er sich beim VfB Stuttgart erarbeitet.

Mit den Schwaben stieg Sundermann, dessen vollständiger Vorname Hans-Jürgen ist, 1977 in die Bundesliga auf und sorgte anschließend mit der forschen Truppe für Furore. Die Mannschaft um Karlheinz Förster, Hansi Müller und Dieter Hoeness wurde im Aufstiegsjahr Vierter und verpasste in der folgenden Spielzeit als Tabellenzweiter nur knapp die Meisterschaft.

1983 schließlich holte Manager Rudi Assauer den Fußball-Lehrer, der bei RW Oberhausen in der Jugend spielte, zurück ins Ruhrgebiet. Der ehemalige Nationalspieler - Sundermann bestritt 1960 eine Partie für die DFB-Elf - sollte den drohenden Abstieg der Schalker verhindern.

Zwar gelang es Sundermann, das Team vom 18. auf den 16. Tabellenplatz zu führen, doch in der Relegation scheiterten die Königsblauen überraschend an Bayer Uerdingen (siehe Stichtag vom 15. Juni). "Wir sind abgestiegen, das habe ich nicht für möglich gehalten", war der Trainer nach dem sportlichen GAU entsetzt. "Jetzt ist eine neue Situation entstanden, die ich mir erst durch den Kopf gehen lassen muss."

Präsident Fenne hingegen hatte genug von der Hinhaltetaktik des Trainers und sprach sich gegen eine Vertragsverlängerung aus. Diethelm Ferner wurde sein Nachfolger, und Sundermann ging zu Racing Straßbourg. Genau wie als Spieler (kickte u.a. für RW Oberhausen, Viktoria Köln, Hertha BSC, Servette Genf und den FC Basel) heuerte er auch als Trainer bei einer Vielzahl von Vereinen an.

Er war in der Schweiz (Grasshoppers Zürich), in Frankreich (Straßbourg), in Tschechien (Sparta Prag) und sogar in der Türkei (Trabzonspor) tätig. Sundermann betreute zudem Waldhof Mannheim, die Spielvereinigung Unterhaching und den VfB Leipzig.

       
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