21.06.2004: Vor 91 Jahren wurde Hans Bornemann geboren

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Genau wie Ernst Kuzorra und Fritz Szepan stand auch er in allen 14 Schalker Endspielen vor 1945 auf dem Platz: Hans Bornemann (*21. Juni 1913), der "literarische" Rechtsverteidiger des legendären Schalker Kreisels.

Viele Quellen gibt es über ihn nicht. Was allerdings nicht auf seine Leistungen auf dem Platz - Bornemann bildete mit Otto Schweisfurth ein knallhartes und gefürchtetes Abwehrduo - sondern vielmehr auf seine Fähigkeiten außerhalb des Rasens zurückzuführen ist. Bornemann fungierte als Schalker Chronist für die Zeit vor dem 2. Weltkrieg.

Zusammen mit Peter Konzen brachte er beispielsweise 1954 das Jubiläumsheft zum 50. Geburtstags des Vereins heraus. Bornemann besaß die sprachlichen Fertigkeiten, das zu erklären, was er und seine Mitspieler auf dem Rasen zelebrierten. Das Geheimrezept des Schalker Kreisels erklärte er so: "Nicht der, der im Ballbesitz ist, bestimmt das Spiel, sondern die, die sich freilaufen, zwingen zum Abspiel. (...) Dieses Hin- und Herspiel, dieses Balllaufenlassen im Kreise wurde von einem Sportberichterstatter als ‚kreiseln' bezeichnet, und der ‚Kreisel' war geboren. Anfangs eine taktische Maßnahme, später der Stilbegriff Schalkes, dann beinahe Selbstzweck."

Während er für die Mitspieler lobende und kluge Worte fand, maß er der eigenen Karriere wenig Bedeutung bei. In dem Jubiläumsbuch schrieb er über sich selbst: "Über meine Laufbahn gibt es nicht allzu viel zu erzählen. Mit 19 Jahren wurde ich in die erste Mannschaft übernommen, spielte offensiver Mittelläufer, dann Außenläufer und spätere notgedrungen Verteidiger."

Hans Bornemann kam 1929 als 16-Jähriger von Heßler 06 zur Schalker Nachwuchs-Abteilung. Im August 1932 gab er seinen Einstand in der ersten Mannschaft und zehn Monate später wirkte er im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft mit, das die Knappen mit 0:3 gegen Fortuna Düsseldorf verloren. Der Defensiv-Spezialist, der durch sein gutes Stellungsspiel und seine Ruhe in heiklen Situationen überzeugte, bestritt zwischen 1932 und ´48 insgesamt 100 Gauligaspiele, 68 Partien um die deutsche Meisterschaft und 28 Begegnungen im Pokal.

Während des Krieges war Bornemann, der 1937 Mitglied der NSDAP wurde, Kapitän der Pariser Soldatenelf und geriet am Ende in englische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr ins Ruhrgebiet kickte er für die Königsblauen noch fünfmal in der Oberliga, hängte dann seine Fußball-Schuhe an den Nagel und übernahm Traineraufgaben bei verschiedenen Vereinen.

Beruflich schlug Bornemann neue Wege ein. Der gelernte Bergmann schloss eine Lehre zum Bankkaufmann erfolgreich ab und wandte sich anschließend dem Werbefach zu. Er gründete ein Unternehmen und gab u.a. das HABO-Stadionprogramm heraus. Im Alter von 52 Jahren erlag Hans Bornemann einem Herzinfarkt.

       
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