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26.06.2004: Vor 13 Jahren wurde Bent Christensen verpflichtet

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In der Liste der größten Schalker Transfer-Irrtümer belegt der Däne einen der vorderen Plätze. Als am 26. Juni 1991 die Vereinsführung die Verpflichtung von Bent Christensen bekannt gab, waren die Schalker Anhänger begeistert. Zwei Jahre später indes war der Jubel verstummt: Der Fünf-Millionen-Mark-Mann konnte die Erwartungen nur ansatzweise erfüllen.

Schalke 04 war 1991 zum dritten Mal in die Bundesliga zurückgekehrt. Der Traditionsverein träumte von besseren Zeiten, Präsident Günter Eichberg wollte den sportlichen Erfolg erkaufen. Und dafür war ihm kaum ein Preis zu hoch: Für umgerechnet fünf Millionen Mark, die bis dato höchste Ablösesumme der Vereinsgeschichte, wechselte der dänische Nationalspieler Bent Christensen (*4. Januar 1967) von Bröndby IF ins Ruhrgebiet.

Die Schalke Vereinsfamilie war verzückt, die Medien staunten nicht schlecht. Hatte die Vereinsführung des Zweitligisten doch eine Reihe von namhaften Vereinen, darunter u.a. AC Mailand, im Vertragspoker ausgestochen. Manager Helmut Kremers verkündete stolz: "Wir haben mit Sicherheit nicht zuviel bezahlt. Christensen ist einer der besten Stürmer in ganz Europa."

Das sah sein ehemaliger Trainer ähnlich. "Er wird in der Bundesliga für Furore sorgen", glaubte auch Bröndby-Coach Morten Olsen, der seinen Angreifer nur ungern ziehen ließ. Christensen war nicht nur dreimal in vier Jahren als Torschützenkönig ausgezeichnet worden, sondern hatte zudem großen Anteil daran, dass der Verein in der abgelaufenen Saison das Halbfinale des UEFA-Cups erreichte. So schoss er beispielsweise die Frankfurter Eintracht mit drei Treffern fast im Alleingang aus dem Pokalwettbewerb.

Zu Christensens Stärken gehörten in erster Linie der enorme Antritt - er lief 10,8 Sekunden auf 100 Metern - und seine Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Attribute, die er jedoch auf Schalke viel zu selten zeigte. In den zwei Jahren im königsblauen Trikot traf er lediglich achtmal das gegnerische Tor: sicherlich zu wenig für einen Mann seiner Klasse. Und daran änderte auch sein Treffer zum 2:0 für Schalke beim ersten Auswärtssieg im Dortmunder Westfalenstadion bei Borussia Dortmund im August 1992 nur geringfügig etwas.

Die Gründe für das enttäuschende Abschneiden waren vielschichtig. Sicherlich war es unglücklich für ihn, dass weder Aleksander Ristic noch Udo Lattek oder Helmut Schulte das Spiel der Knappen auf ihren Stürmerstar ausrichteten. Christensen liebte die schnellen Konter mit dem Anspiel in den Raum, wo er seine Geschwindigkeit nutzen konnte. Sich in Zweikämpfen durchzusetzen gehörte indes nicht zu seinen Qualitäten.

Darüber hinaus verkörperte Christensen nicht den typischen Dänen. Im Gegensatz zu der Mehrzahl seiner Landsleute war er eher schüchtern, melancholisch und oft gar phlegmatisch. Genau wie Mitte der 80er Jahre, der Angreifer ging damals für ein Jahr in die Schweiz zu Servette Genf, wurde ihm in Gelsenkirchen sein schwach ausgeprägtes Durchsetzungsvermögen zum Verhängnis.

"Ich will in die beste Liga der Welt und schaffe es", hatte der Däne vor seinem Dienstantritt bei den Knappen getönt. "Sorry, ich habe zwar einen Zwei-Jahres-Vertrag - aber Schalke kann nur eine Etappe sein." Er wollte nach Italien.

Mit einem Teil seiner Prophezeiung sollte Christensen Recht behalten - Schalke war für ihn nur eine Durchgangsstation. Zweimal wurde der dänische Ladenhüter ausgeliehen, ehe ihn Santiago de Compostela 1995 kaufte, für bescheidene 500.000 Mark. In der italienischen Liga jedoch kickte der Däne nie ...

       
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