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30.06.2004: Vor 37 Jahren verließ Trainer Fritz Langner Schalke

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Disziplin war sein oberstes Gebot. "Trainer-General" Fritz Langner coachte fast drei Jahre die Königsblauen, ehe er am 30. Juni 1967 den Platz räumte. Bekannt wurde der harte Hund nicht nur durch seine Erfolge - 1968 mit Werder Bremen wurde er Vizemeister -, sondern auch durch eine kuriose Übungsanleitung.

Mit höherer Mathematik glänzte Langner 1966. "Ihr Fünf spielt jetzt vier gegen drei", wies der Fußball-Lehrer seine Spieler an. Adam Riese hätte sicherlich mit dem Kopf geschüttelt, seine Spieler indes schienen den Übungsleiter zu verstehen. In dem Jahr gelang den Schalkern eine kleine Sensation. Obwohl der Verein eine Reihe von Nationalspielern nach dem sportlichen Abstieg 1965 verloren hatte - Schalke bekam erst kurz vor dem Saisonbeginn am grünen Tisch die Starterlaubnis für die erste Liga -, konnte die Klasse gerettet werden.

"Fritz war einer der härtesten Trainer, die es gab", erinnert sich Rudi Assauer an seinen ehemaligen Weggefährten, mit dem er 1980 zusammen das Team von Werder Bremen betreute. "Er legte viel Wert auf Laufarbeit und Disziplin. Aber er hatte auch viel Ahnung vom Fußball - und war ein unheimlicher Kumpel-Typ."

Der gebürtige Schlesier Fritz Langner (8.8.1912) kickte als Jugendlicher bei den Breslauer Sportfreunden. Ab 1933 gehörte er zur ersten Garnitur der Breslauer Sportvereinigung 02 und bestritt 48 Spiele für die Auswahl von Schlesien. Durch den Zweiten Weltkrieg wurde er nach Westdeutschland verschlagen.

Zusammen mit Hennes Weisweiler und Rudi Gellesch gehörte er 1947 dem Lehrgang an, der als erster in Köln die Trainer-Lizenz erwarb. Seine Karriere als verantwortlicher Mann auf der Bank begann 1948 bei Concordia Hamburg für einen Monatslohn von 600 Mark.

Danach trainierte der stets mit eisernem Besen kehrende Fußball-Lehrer eine Vielzahl von guten Adressen des deutschen Fußballs. Düren 99, Borussia Mönchengladbach, Westfalia Herne, Schalke 04 (89 Bundesligapartien), FC Freiburg, Werder Bremen, 1860 München, 1. FC Nürnberg und der VfL Osnabrück hießen seine weiteren Stationen. Nationalspieler wie Karl-Heinz Schnellinger, Hans Tilkowski, Günter Netzer oder Jupp Heynckes wurden vom "alten Fritz" entdeckt.

Der zweifache Familienvater beendete 1975 seine Trainerlaufbahn bei der Spvg Erkenschwick, sprang nur noch einmal 1980 für ein paar Wochen bei Werder Bremen ein, weil Manager Rudi Assauer keinen Trainerschein besaß. Fortan genoss das Rentnerdasein in seinem Bungalow in Düren, seiner Wahlheimat. Im Januar 1998 starb er nach kurzer schwerer Krankheit an den Folgen von Alzheimer.

       
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