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01.07.2004: Vor 32 Jahren dominierte Schalke das DFB-Pokal-Endspiel

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Diese Mannschaft tanzte nur einen Sommer. Der phänomenale Abschlussball stieg am 1. Juli 1972: In Hannover überrollte Schalke 04 im DFB-Pokal-Finale den 1. FC Kaiserslautern mit 5:0. Ganz Gelsenkirchen stand Kopf. Nur einem Mann war lediglich bedingt zum Feiern zumute.

Nie fiel ein Endspielsieg in diesem Wettbewerb deutlicher aus, nie war eine Mannschaft in einem Finale um den DFB-Pokal derart überlegen, wie die Knappen an jenem Samstag im Niedersachsenstadion. Im Tor stand der überragende Norbert Nigbur, in der Abwehr räumte Rolf Rüssmann ab, Heinz van Haaren führte Regie, Helmut Kremers war zweimal erfolgreich, Stan Libuda war auf der Außenbahn von niemandem zu stoppen, und Klaus Fischer beschäftigte die Abwehr der Lauterer pausenlos.

Für die meisten Schalker gibt es keinen Zweifel: Die Pokalsiegermannschaft von 1972 war das beste Team, das jemals die Schalker Farben in der Bundesliga vertreten hat. 76 Tore erzielte die junge Truppe von Coach Ivica Horvat in der Liga und musste sich erst am letzten Spieltag den Bayern aus München geschlagen geben.

Die Marschroute der Lauterer war bereits nach wenigen Minuten sichtbar: Die Spieler vom Betzenberg wollten die Schalker auskontern. Angreifer Josef Pirrung wurde für die Bewachung von Klaus Scheer abgestellt, damit Libero Jürgen Friedrich Löcher im defensiven Mittelfeld stopfen konnte. Eine Strategie, die bereits nach 13 Minuten über den Haufen geworfen wurde. Helmut Kremers, der durch die Abwehraufgaben Pirrungs keinen direkten Gegenspieler mehr hatte, nutzte die Ungebundenheit, um sich mit in den Angriff einzuschalten und markierte das 1:0.

Vor allem das magische Dreieck Libuda-Lütkebohmert-van Haaren wirbelte die Hintermannschaft der Pfälzer gehörig durcheinander. "Pferdelunge" Lütkebohmert setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte, Torwart Friedel Elting, ein ehemaliger Schalker, unterlief den Ball, Klaus Scheer musste nur noch den Kopf hinhalten - 2:0 (32.).

In der 57. Spielminute krönte "Aki" Lütkebohmert seine überragende Leistung mit dem 3:0. Er startete einen Alleingang, entdeckte eine Lücke in der Abwehr des Gegners und überraschte Elting mit einem unheimlich strammen Flachschuss aus 25 Metern. Treffer Nummer vier ging ein typischer Libuda-Spielzug voraus: Der geniale Außenstürmer ließ bei hoher Geschwindigkeit mit kurzen Körpertäuschungen seine Gegenspieler stehen, brachte den Ball anschließend in die Mitte, wo der Torjäger vom Dienst, Klaus Fischer, mal wieder goldrichtig stand.

Den Schlusspunkt unter die eindrucksvolle Demonstration der Schalker Spielstärke setzte Helmut Kremers. Er verwandelte einen direkten Freistoss aus 20 Metern gekonnt mit dem linken Fuß. Die Knappen konnten nach 1937 zum zweiten Mal den Pokal gewinnen.

Bei all dem Jubel um den ersten Titelgewinn seit 1958 - damals wurde Schalke im Niedersachsenstadion Deutscher Meister und zog sich in derselben Kabine wie 1972 um - rückte das Schicksal eines Spielers in den Hintergrund. Jürgen Sobieray hatte eine überragende Saison als Außenverteidiger abgeliefert, tauchte in die Kicker-Elf des Jahres auf, musste jedoch im Endspiel zuschauen. Der DFB hatte den 21-Jährigen wegen seiner Verwicklung in den Bundesligaskandal angeklagt, damit war er wie schon im Saisonfinale gegen Bayern München nicht spielberechtigt. Für ihn spielte Hartmut Huhse.

Sobieray sollte nicht der einzige bleiben, den das "verkaufte" 0:1 gegen Arminia Bielefeld am 17. April 1971 in der Folgezeit einholte. Viele Schalker Stammkräfte wurden im Verlauf der Saison 1972/73 vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Die Auswirkungen des Bundesligaskandals stoppten den Höhenflug eines vielversprechenden Teams, das wegen einer "der größten Dummheit unseres Lebens", wie sie Klaus Fischer später nennen wird, auseinanderbrach.

FC Schalke 04 - 1.FC Kaiserslautern 5:0 (2:0)
Schalke: Nigbur, Huhse, Rüssmann, Fichtel, H. Kremers, Lütkebohmert, van Haaren, Scheer, Libuda, Fischer, E. Kremers.
Kaiserslautern: Elting, Reinders, Schwager, Diehl, Fuchs, Hosic (57. Vogt), Bitz, Friedrich, Pirrung, Seel, Ackermann.
Tore: 1:0 H. Kremers (13.), 2:0 Scheer (32.), 3:0 Lütkebohmert (57.), 4:0 Fischer (66.), 5:0 H. Kremers (82.).
Zuschauer: 61.000
SR: Aldinger

       
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