02.07.2004: Vor 36 Jahren gewann Schalke den Alpenpokal

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Dieser Sieg war das Ausrufezeichen hinter eine vielversprechende Vorbereitung. Am 2. Juli 1968 gewann Schalke 04 den Alpenpokal. Ein Sommerturnier, an dem so renommierte Clubs wie Juventus Turin und der AC Florenz teilnahmen. Der Triumph in Basel war der Vorbote einer Spielzeit, in der der Erfolg zum Schalker Markt zurückkehrte.

Die ersten Jahre der Knappen in der Bundesliga waren nicht so, wie sich das die Schalker Vereinsfamilie erhofft hatte. Die Zeit war von Abstiegssorgen geprägt, der Ruhm vergangener Tage verblasste langsam. Bis im September 1967 Günter Siebert das Präsidenten-Amt übernahm und dem Verein neues Leben einhauchte. Fortan sollte das Zittern vorbei sein, der Meisterspieler von 1958 gab die Richtung vor: "Wir müssen wieder Deutscher Meister werden!"

Diesem Ziel folgend, schlug die Vereinsführung im Sommer 1968 auf dem Transfermarkt kräftig zu. Für 600.000 Mark wurde das Team, das unter Trainer Günter Brocker durch eine Serie von 27:15 Punkten den Klassenerhalt schaffte, verstärkt. Publikumsliebling Stan Libuda wurde vom BVB zurückgeholt, Heinz van Haaren vom MSV Duisburg losgeeist und der österreichische Nationalspieler Franz Hasil von Rapid Wien verpflichtet. Hinzu kamen Herbert Lütkebohmert (aus Marl-Hüls), Michael Galbierz, Gerd Kasperski und Bernd Michel vom KSV Hessen Kassel.

Die Testspielergebnisse in diesem Sommer ließen aufhorchen. In 25 Partien gegen zum Teil erstklassige Gegner blieben die Königsblauen ungeschlagen. Beim Alpenpokal gab es in der Vorrunde Siege gegen Juventus Turin, den FC Luzern, die Young Boys Bern und zwei Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt und US Cagliari. Damit zog Schalke ins Finale ein.

Im Baseler St.-Jakob-Stadion stand Brockers Auswahl dem FC Basel gegenüber, der durch ein 6:4 gegen den AC Florenz das Endspiel erreicht hatte. Trainiert wurden die Schweizer damals von Helmut Benthaus, der 1984 als Coach mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister werden sollte. Und noch ein Deutscher drückte Basel damals seinen Stempel auf: Jürgen Sundermann hatte im Mittelfeld die Fäden in der Hand.

Ihn bekam die Schalker Defensive in Durchgang eins kaum in den Griff. So war die Führung der Blau-Weißen durch Neuzugang Bernd Michel etwas schmeichelhaft, und der Ausgleich durch Hauser fiel zwangsläufig. Erst als sich Klaus Senger um den Regisseur kümmerte, kamen die Schalker besser ins Spiel.

Ein Grund für den schlechten Beginn war sicherlich die lange Anreise. Mit sieben Stunden Bahnfahrt bei brütender Hitze in den Knochen betraten die Gäste das Feld. Zudem standen Trainer Günter Brocker nur zwölf Mann zur Verfügung, noch nicht einmal ein Ersatztorwart war dabei.

Weil Torwart Josef Elting sowie die Verteidiger Hans-Jürgen Becher und Waldemar Slomiany hinten sicher standen, und Herbert Lütkebohmert sowie Manfred Pohlschmidt nur die Latte trafen, konnte ein Mann aus Kassel die Begegnung in der Verlängerung entscheiden. Bernd Michel schloss zwei schöne Solo-Läufe zum 2:1 und 3:1 ab. Brocker nach dem Schlusspfiff über Michel: "Ein großes Talent, das den Mangel an Technik durch seine enorme Schnelligkeit wettmacht."

Der Student aus Nordhessen lief die 100 Meter in 11,0 Sekunden, konnte sich aber in der Bundesliga nicht durchsetzen. In der Bundesligasaison kam er lediglich auf vier Einsätze und verließ anschließend den Verein. Seine drei Tore jedoch bescherten Schalke nicht nur den Pokal und eine Prämie von 10.000 Mark, sondern ließen den siebenfachen Meister mit Zuversicht in die nächste Spielzeit gehen.

Dort leistete sich die Mannschaft zwar eine schwache Hinrunde, Schalke belegte vor dem 16. Spieltag Rang 17, aber nachdem Rudi Gutendorf Günter Brocker abgelöst hatte, starteten die Königsblauen durch. Am Ende wies der Verein zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte ein positives Punkte-Konto (35:33) auf und erreichte das DFB-Pokalfinale, was allerdings mit 1:2 gegen Bayern München verloren ging. Kleiner Trost: Durch die Meisterschaft der Truppe um Maier, Beckenbauer und Müller durfte Schalke in der Saison 1969/70 am Europapokal der Pokalsieger teilnehmen.

FC Basel - FC Schalke 04 1:3 n.V. (1:1, 1:1)

Basel: Laufenburger, Kiefer, Michaud, Ramseier, Paolucci, Schnider, Rahmen, Sundermann, Rüefli, Demarmels, Hauser

Schalke: Elting, Becher, Rausch, Höbusch, Slomiany, van Haaren, Pohlschmidt, Senger, Kasperski (Erlhoff), Lütkebohmert, Michel

Tore: 0:1 Michel (8.), 1:1 Hauser (40.), 1:2 Michel (95.), 1:3 Michel (103.)

Zuschauer: 13.000
Schiedsrichter: Carminati (Italien)

       
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