06.07.2004: Vor zehn Jahren wurde Präsident Bernd Tönnies beigesetzt

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Die Trauer war groß, als am 6. Juli fast 1000 Menschen in Rheda Abschied von Bernd Tönnies nahmen. Mit dem 42-Jährigen verlor die Familie einen treusorgenden Vater, das Unternehmen Tönnies Fleisch einen rastlosen und innovativen Chef, und die Schalker Vereinsfamilie einen echten Hoffnungsträger.

Tönnies übernahm nach der Ära Günter Eichberg, die den Verein an den Rand des Ruins geführt hatte, die Führung des Vereins. Am 7. Februar stellte er sich bei der Jahreshauptversammlung zur Wahl und setzte sich deutlich gegen seine Mitbewerberin Evelyn Fricke durch. Mit ihm sollte endlich Schluss sein mit Vorsitzenden, die den Verein nach Gutsherrenart führen. Er verkündete kurz nach seiner Wahl: "Ich zahle keine Mark für Schalke."

Der Neue wollte kein Mäzen sein, der sich ein Spielzeug leistet, sondern Schalke genauso erfolgreich wie sein Unternehmen führen. Das hatte der damals 18-Jährige 1970 gegründet. Zwölf Jahre später holte er seinen Bruder Clemens, der heute Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 ist, mit ins Boot, der ehemalige Zerlegebetrieb wurde in eine KG umgewandelt. Durch seine Tatkraft, sein unternehmerisches Denken und sein Durchsetzungsvermögen führte er zusammen mit dem Bruder "Tönnies Fleisch" zu einer beachtlichen Große. 1994 arbeiteten 2000 Menschen in 13 Teilbetrieben im In- und Ausland für Tönnies.

Seine Amtszeit auf Schalke dauerte lediglich 145 Tage. Sicherlich zu kurz, um sein Wirken für den Verein richtig beurteilen zu können. Unstrittig hingegen ist, dass er wieder Ruhe in den taumelnden Verein, der damals 14,6 Mio. Mark Verbindlichkeiten aufwies, brachte. Er verlieh dem Verein Seriosität und Glaubwürdigkeit, die lebenswichtige Kredite bei den Banken erst wieder ermöglichten.

Der Patient Schalke 04 befand sich auf dem Weg der Besserung, Bernd Tönnies´ Gesundheit indes verschlechterte sich im Sommer 1994. Dabei schien für den Fleischfabrikanten, der 1992 einen Herzinfarkt erlitten hatte, nach einer Nierentransplantation am 11. April 1994, seinem 42. Geburtstag, ein neues Leben zu beginnen. Nach der Operation hatte sich der Gesundheitszustand zunächst stabilisiert. Eine Pilzinfektion in der Lunge und weitere Komplikationen führten jedoch kurze Zeit später zur wesentlichen Verschlimmerung der körperlichen Verfassung. Der Organismus war stark geschwächt, in der Nacht zum 1. Juli versagte das Herz von Bernd Tönnies. Ganz Schalke trauerte.

       
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