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07.07.2004: Vor 30 Jahren wurde Deutschland ohne Erwin Kremers Weltmeister
1974 gastierte die Fußball-Welt in Deutschland. Und auch Gelsenkirchen war Schauplatz der zehnten Weltmeisterschaft. Im Parkstadion fanden fünf Partien des Turniers statt. Der Titel blieb am Ende im eigenen Land: Am 7. Juli siegte die DFB-Auswahl im Finale zu München gegen die Niederlande mit 2:1. Allerdings ohne Schalker, was nicht zuletzt auf das Temperament von Erwin Kremers zurückzuführen war.
Der Angreifer hatte sich nämlich ein paar Wochen vor WM-Start durch eine Dummheit aus dem Kader von Helmut Schön katapultiert. Frustriert von einer 0:4-Niederlage am letzten Spieltag beim 1. FC Kaiserslautern, fuhr er kurz vor dem Ende Schiedsrichter Max Klauser an: "Halt das Maul, Du blöde Sau." Der Mann in Schwarz wollte dem Nationalspieler, der zwei Jahre vorher mit der DFB-Elf Europameister geworden war, eine goldene Brücke bauen und fragte nach: "Was haben Sie da gesagt?" Doch Kremers riss sie ein, indem er die Beleidigung wiederholte.
Der Schalker sah die rote Karte, wurde vier Wochen gesperrt und aus der Nationalmannschaft verbannt. Die Herren des DFB wollten eine solche verbale Entgleisung nicht tolerieren. Somit nahmen lediglich Torwart Norbert Nigbur und Erwins Zwillingsbruder Helmut an der Weltmeisterschaft teil.
Beide hatten allerdings starke Konkurrenz auf ihren Positionen. Nigbur kam an Sepp Maier nicht
vorbei, und Schön setzte in puncto linker Außenverteidiger mit Offensiv-Drang eher auf Paul
Breitner als auf Helmut Kremers. Und genau der spielte beim 2:1 gegen die Holländer im
Olympiastadion eine wichtige Rolle.
Als sich Bernd Hölzenbein im Strafraum des Gegners fallen ließ, schnappte sich der erst
22-Jährige vom FC Bayern den Ball. Kurzer Anlauf, und Breitner schob locker zum 1:1 (25.) ein.
Kurz vor der Halbzeit stellte Gerd Müller mit einem Schuss aus der Drehung den 2:1-Endstand her.
Deutschland war nach 1954 zum zweiten Mal Weltmeister.
Schalker Tragik: Wie 1954 (Klodt) waren auch 20 Jahre später (Nigbur und Helmut Kremers) die Königsblauen nur Zuschauer. Eine Entwicklung, die sich 16 Jahre später fortsetzen sollte...
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