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19.07.2004: Vor 32 Jahren wurde Ebbe Sand geboren
Nur Klaus Fischer hat in der Bundesliga mehr Tore für Schalke geschossen als Ebbe Sand (*19. Juli 1972). Doch ihn auf die 62 Treffer zu reduzieren, oder ihn nur in Verbindung mit den beiden Pokalsiegen zu bringen, würde dem Dänen nicht gerecht werden. Er ist Sympathieträger, Identifikationsfigur und nicht zu vergessen: immer noch der nette junge Mann aus Jütland.
Ihm wird verziehen, wenn er mal ein paar Spiele lang nicht trifft. Das Trikot mit der Nummer elf ist seit Jahren ein Renner, und eine Einwechslung des 32-Jährigen löst in der Arena ähnliche Jubelstürme aus wie ein Torerfolg der Königsblauen. Ebbe Sand steht in der Zuschauergunst auf einer Stufe mit Kuzorra, Klodt und Co.
Seine Popularität ist nicht zuletzt auf seine Vita zurückzuführen. Den sportlichen Erfolg und die Anerkennung der Schalker Vereinsfamilie hat sich Sand hart erarbeitet. Als er 1992 aus der Provinz (Hadsund BK) zu den "Bayern Dänemarks" (Bröndby IF) nach Kopenhagen kam, war er Halbtags-Profi, arbeitete noch als Bauingenieur. Fußball ist für ihn vieles aber nicht alles. Eine Einsicht, die viel mit einer schweren Krankheit zu tun hat.
Nach der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich diagnostizierten die Ärzte Hodenkrebs bei Sand. Ein Schock, doch der Däne tat das, was er am besten kann: kämpfen. Und wie so oft in seinem Fußball-Leben gewann der 1,83 m große Angreifer, er wurde wieder gesund. Ein Jahr später schenkte ihm seine Frau Trine Sohn Mikkel, 2003 kam Lasse auf die Welt. Sand - der Familien-Mensch.
Und genau wie zu Hause denkt er auch auf und neben dem Platz in erster Linie an andere. Sand ist sich nicht zu schade, für seine Nebenleute zu rennen. Er ist immer ein Vorbild an Engagement und Einsatzwillen. Selbst bei Komplimenten vergisst er seine Mitspieler nicht. So sagte er nach der Ehrung zum Torschützenkönig 2001: "Wenn du Tore machst, stehst du immer im Mittelpunkt. Aber als Stürmer brauchst du Pässe und Flanken wie die Luft zum Leben. Und die Truppe hat mich in dieser Saison wunderbar leben lassen."
Eine Bescheidenheit, die ihn schützt, wenn es mal nicht so läuft. In der Hinrunde der Saison 2003/04 blieb der Stürmer in 13 Partien ohne Torerfolg. Doch gab es Pfiffe, Schmähungen oder "Sand-raus"-Rufe? - Fehlanzeige. Niemand verstieß ihn, ganz im Gegenteil, jeder baute ihn auf. Und Ebbe dankte es ihnen. In der ersten Rückrundenpartie war seine torlose Zeit vorbei. Beim Revier-Nachbarn Borussia Dortmund im Westfalenstadion betrat er als Joker den Platz und erzielte kurz vor dem Schlusspfiff das erlösende 1:0.
"Jeder weiß, was das Tor für mich bedeutet hat - und dann auch noch gegen Dortmund das ist umso schöner", strahlte Sand nach dem Schlusspfiff und gab offen zu: "Es war so wunderbar und ich habe mich so gefreut - ich bin immer noch müde vom Jubeln." Nach diesem traumhaften Comeback war Sands Ziel für die kommenden Monate klar: "Ich muss weiter kontinuierlich versuchen, die Tore zu machen. Denn mein Ziel ist es, so lange wie möglich in Schalke zu bleiben."
Wie lange Ebbe Sand noch das blau-weiße Trikot tragen wird, ist ungewiss. Noch läuft sein Vertrag bis zum 30. Juni 2005. Eines hingegen steht schon seit langem fest: "Ich will meine Karriere auf Schalke beenden."
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