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31.07.2004: Vor 50 Jahren feierte Schalke seinen 50. Geburtstag
Dass Schalke Jubiläen zelebrieren kann wie kein zweiter Verein, bewies er in diesem Jahr. Die Aktivitäten rund um "100 Schalker Jahre" versetzten die gesamte Republik ins Staunen. Das war 1954 nicht anders, als die Schalker am 31. Juli ihr 50-jähriges Vereinsbestehen feierlich begingen.
Mit dem Einmarsch der Aktiven in die Glückauf-Kampfbahn und dem Aufsteigen von 5000 Brieftauben begannen die offiziellen Festlichkeiten. Dabei jagte ein Höhepunkt den nächsten.
Zunächst die sportlichen: Am Eröffnungstag, einem Samstag, spielten die alten Meisterteams von Schalke und dem 1. FC Nürnberg gegeneinander. Ötte Tibulsky, mittlerweile Vereinswirt, hatte sich eigens 20 Pfund abtrainiert, doch es nutzte nichts. Die Schalker verloren mit 3:4 (Tore für Schalke: Willi Berg, Rudolf Gellesch und Ernst Kalwitzki), und Ernst Kuzorra büßte bei einem Zusammenprall mit einem Nürnberger zwei Schneidezähne ein.
Einen Tag später, beim Aufeinandertreffen der aktuellen Mannschaften der beiden Vereine, rächten die Knappen ihre Vorgänger und schlugen die Franken mit 3:1. Dabei sah es anfangs nicht gut aus für die Männer in Blau-Weiß. Das Team lag mit 0:1 hinten, ehe Otto Laszig den Ausgleich erzielte. Ein Eigentor der Gäste und ein Treffer von Helmut Jagielski schließlich entschieden die Partie zugunsten der Königsblauen.
Mitte der Woche deklassierten die Knappen dann den deutschen Meister Hannover 96 mit 5:1 (Tore: Helmut Sadlowski (3), Berni Klodt und Werner Garten). Allerdings reichte die Puste der Königsblauen nicht mehr aus, um am darauffolgenden Wochenende (7./8. August) im Jubiläumsturnier gegen Hajduk Split, Stade de Reims und Rapid Wien zu bestehen. Zunächst verlor das Team 0:2 gegen Split, und nach der Partie gegen Wien, den Turniersieger, schlichen die Knappen ebenfalls als Verlierer vom Feld - 4:5.
Auch der gesellschaftliche Teil kam in der Feierwoche nicht zu kurz: Der Festakt am 31. Juli wurde im Radio vom NWDR (Nordwestdeutscher Rundfunk), dem Vorgänger des WDR, übertragen. Musik von Beethoven, Brahms, Schubert, Wagner und Strauß ertönte, zudem sangen bzw. rezitierten Bariton Willy Schneider, Mezzosopran Ira Malaniuk, Elisabeth Roon, Schauspieler Bernhard Minetti und Heinz Erhardt. Beim Ball-Abend am 7. August traten darüber hinaus Peter Frankenfeld, Paul Kuhn und Gerhard Wendland auf.
Zeitgleich fand in der Jubiläumswoche die Ausstellung "Sport, Verkehr und Wirtschaft" statt, deren Mittelpunkt die große Ehrenhalle "50 Jahre Schalke 04" bildete. Dort wurde unter anderem das Modell eines ganz neuen Stadions ausgestellt: Der Bau sollte 80.000 Zuschauer Platz bieten...
Wobei die Glückauf-Kampfbahn gerade erst erweitert worden war. Rechtzeitig zum Jubiläum wurden in der 114 Meter breiten Tribüne - sie war die längste in ganz Deutschland - die Geschäftsstelle sowie modernste Umkleide- und Baderäume eingeweiht. Auch die Ahnen-Galerie, gemalt vom Portraitkünstler Alfred Janigk aus Gelsenkirchen-Buer, schmückte nun die neuen repräsentativen Vereinsräumlichkeiten. Das Vereinsjubiläum besaß eine deutliche Botschaft: Der Verein hatte die Schäden des 2. Weltkriegs überwunden und blickte nun wieder hoffnungsvoll in die Zukunft.
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