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01.08.2004: Vor 13 Jahren wurde Günter Netzer Schalkes "Telefon-Manager"

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"Der Schalke-Virus hat mich infiziert!" Mit diesen Worten trat Günter Netzer am 1. August 1991 seinen Dienst bei Schalke 04 an. Er sollte den Vorstand beraten und damit den klassischen Manager ersetzen, so die Idee von Präsident Günter Eichberg. Doch der Versuch schlug fehl.

Nach nur neun Monaten trennte sich der Verein von Netzer, der als "Telefon-Manager" in die Geschichte des Vereins eingegangen ist. Der 37-malige Nationalspieler arbeitete von seinem schweizerischen Wohnort Zürich aus für den Verein. Lediglich für die Spiele kam er eingeflogen, sonst hielt er mit den Verantwortlichen allein telefonisch Kontakt.

Keine guten Voraussetzungen für ein prosperierendes Arbeitsverhältnis. Seine Kritiker auf Schalke warfen ihm vor allem vor, dass er den Versprechungen "Unser langfristiges Ziel ist der UEFA-Cup!" keine Taten folgen ließ. Das Team kämpfte gegen den Abstieg, der ehemalige Mittelfeld-Stratege fiel er in erster Linie durch Abwesenheit auf.

Es kam hinzu, dass Netzer, der als Manager vom Hamburger SV von 1978 bis 1986 überaus erfolgreich war, sich oft als Oberlehrer aufspielte. Mit Floskeln wie "Die Schalker müssen lernen!" nervte er unablässig die Führungskräfte des Vereins. Dieser Mix aus Ansprüchen, Abwesenheit und Misserfolgen gepaart mit einem fürstlichen Gehalt (200.000 Mark pro Jahr) wurden zu einem ungenießbaren Cocktail für Günter Eichberg. Der Präsident musste zähneknirschend erkennen: "Wir sind mit dem Experiment gescheitert."

Dabei nahm der Unternehmer durchaus Schuld auf sich. Er hätte Netzer zu diesem Job gedrängt, die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit seien nicht ideal gewesen. Eichberg, der sich damals gerne mit schillernden Persönlichkeiten umgab, kam zu dem Schluss: "Jetzt suchen wir einen klassischen Manager nach dem Vorbild von Rüssmann oder den Hoeneß-Brüdern."

Der teuersten Manager-Hotline in der Vereinsgeschichte folgte übergangsweise Helmut Kremers, ehe am 1. April 1993 Rudi Assauer nach Schalke zurückkehrte. Erst mit ihm wurde Netzers langfristiges Ziel "UEFA-Cup" realisiert.

       
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