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05.08.2004: Vor 21 Jahren gab Thon sein Debüt als Profi
Für Routinier Bernard Dietz war er "ein Talent, wie ich es noch nie erlebt habe". Für die Fans war er in erster Linie einer, dessen unbekümmerte Spielweise Spaß machte, und für den Verein war er "der Hoffnungsträger" in den 80er Jahren: Am 5. August 1983 betrat Olaf Thon zum ersten Mal die Profibühne.
"Wenn ich einen Platz auf der Bank einnehmen könnte, dann wäre ich für den Anfang schon zufrieden", hatte der 17-Jährige noch ein paar Tage vor dem ersten Saisonspiel der Zweitliga-Spielzeit 1983/84 behauptet. Doch Trainer Diethelm Ferner hatte mit dem Youngster andere Pläne. Für ihn war der Junge, der immer so schelmisch dreinblickte, bereits so weit, ins Stahlbad von Liga zwei geworfen zu werden.
Einen Tag vor der Saisoneröffnung gegen den SC Charlottenburg wurde bekannt: Thon sollte zusammen mit Jochen Abel und Klaus Täuber stürmen. "Nervös war ich nicht", sagte er nach dem Schlusspfiff und lieferte auch gleich die Erklärung mit: "Ich weiß ja, was ich kann."
Mit gesundem Selbstvertrauen ging der jüngste Spieler im Kader in die Partie und spielte munter drauflos. Dreimal schob er seinen Gegenspielern den Ball durch die Beine, zweimal zog er aus 25 Metern ab, jeweils streifte die Kugel knapp über den Kasten des Berliners und späteren Nationaltorwart Andreas Köpke. "Auf dem Spielfeld ist er frech, spielt richtig abgebrüht", so sein Vater Günter Thon. "Zu Hause ist er jedoch genau das Gegenteil - lieb und nett."
Thon Senior war Mitte der 60er Jahren ebenfalls ein großes Talent gewesen. Zusammen mit Berti Vogts stand er in einer DFB-Jugendauswahl, eine Verletzung jedoch verhinderte den Sprung in die Nationalmannschaft. Mit dem STV Horst gewann er 1967 die Deutsche Amateurmeisterschaft. Für einen Bundesligisten reichte es allerdings nicht. Er wurde später Trainer bei verschiedenen Vereinen im Ruhrgebiet und kümmerte sich anfangs um die ersten Profi-Schritte seines Sohnes.
Nach dem 3:0-Sieg der Schalker gegen Aufsteiger Charlottenburg waren sich alle einig, da wuchs ein außergewöhnlicher Fußballer heran. Noch besser als Rüdiger Abramczik und Wolfram Wuttke, die ebenfalls beide mit 17 Jahren zum ersten Mal für die erste Mannschaft aufliefen: so der Tenor vieler Schalke-Experten, die sogar den Vergleich mit Weltmeister Berni Klodt nicht scheuten, der mit 16 sein Debüt auf Schalke gab.
Thon setzte voll auf die Karte "Profifußball" und unterbrach seine Lehre als Hochdruckrohrschlosser. "Sollte es nicht so laufen, wie wir uns das erhoffen", sagte der Vater, "nimmt Olaf die Lehre wieder auf". Das war jedoch nicht nötig. Thon verpasste in seiner ersten Spielzeit kein Meisterschafts- und Pokalspiel, steuerte 14 Ligatreffer zum Aufstieg bei. Es war der Anfang einer großen Karriere.
Der ehemalige Lehrling, der anfangs mit dem Moped zum Training fuhr, bestritt 52 Länderspiele und wurde 1990 mit der DFB-Auswahl Weltmeister in Italien. Zudem gewann er mit Schalke 04 und Bayern München nahezu alle Vereinstitel. Er wurde UEFA-Cup-Sieger, Deutscher Meister und triumphierte mit den Knappen zweimal in Berlin beim deutschen Pokalfinale.
FC Schalke 04 - SC Charlottenburg 3:0 (0:0)
Schalke: Junghans, Dietz, Kruse, Stichler, Jakobs, Opitz, Dierssen, Drechsler, Abel, Thon (86. Clute-Simon), Täuber
Charlottenburg: Köpke, Schulz, Schepers, Niebel (86. Aping), Marczewski, Beyer, Mischke, Schlumberger, Sprangowski, Gaedke, Vuchelich
Tore: 1:0 Abel (65.), 2:0 Abel (67./Foulelfmeter), 3:0 Täuber (72.)
Zuschauer: 16.000
SR: Wippker
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