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10.08.2004: Vor 17 Jahren kündigte Rolf Rüssmann als Manager
Es war seine erste Station als Manager. Im Februar 1987 wurde Rolf Rüssmann Nachfolger von Rudi Assauer bei Schalke 04. Ein Engagement, das bereits ein halbes Jahr später wieder beendet war. Als Spieler hatte der gebürtige Schwelmer (*13. Oktober 1950) indes mehr Fortune bei den Königsblauen.
Ein Indiz für die ganzen Erfolge und die Beliebtheit von Rolf Rüssmann: Bei der Wahl zur Schalker Jahrhundert-Elf wurde der baumlange Abwehrspieler neben Olaf Thon und Klaus Fichtel in die Anfangsformation berufen und verwies damit so verdiente und renommierte Akteure wie Yves Eigenrauch, Thomas Linke, Bernard Dietz und Willi Schulz auf die weiteren Plätze. Der ehemalige Bundesliga-Profi, der für Schalke 04 und Borussia Dortmund 453 Meisterschaftsspiele absolvierte, bestach durch seine Kampfkraft und Verlässlichkeit. So hält Rüssmann noch heute einen Vereinsrekord: Von 1977 bis 1980 stand er in 134 Bundesliga-Partien in Serie auf dem Feld.
Bei der Jugend Europameisterschaft 1969 in der ehemaligen DDR entdeckte der damalige Präsident Günter Siebert den Vorstopper für die Knappen. "Rolli" trug anschließend von 1969 bis 1980 in 304 Bundesligaspielen das Trikot der Königsblauen und erzielte 30 Tore. Zweimal stand er mit dem Verein am Ende einer Bundesliga-Saison auf dem zweiten Platz (1972 und 1977), den größten Triumph indes gab es im DFB-Pokal. Mit "Horvats Löwen" deklassierte Rüssmann im DFB-Pokal-Finale den 1. FC Kaiserlautern mit 5:0 und durfte den Pott mit nach Gelsenkirchen nehmen.
Bereits Anfang der 70er Jahre stand Rüssmann auf dem Sprung in die Nationalmannschaft, doch seine Beteiligung am Bundesliga-Skandal sorgte dafür, dass der Abwehrmann erst 1977 als 26-Jähriger sein Debüt im DFB-Dress gab. Die Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien sollte der Höhepunkt seiner internationalen Karriere werden. Mit großen Erwartungen flog er nach Südamerika, mit gesenktem Kopf kehrte er zurück. Gegenspieler Hans Krankl schoss die Österreicher zu einem 3:2-Sieg gegen Deutschland, was als Schmach von Cordoba in die Fußball-Geschichte einging.
1980 trennen sich die Wege von Schalke und Rüssmann. Wegen finanzieller Probleme verkauft ihn die Vereinsführung nach Dortmund, wo er bis zu seinem Karriere-Ende 1985 149-mal das schwarz-gelbe Trikot trug.
Schon zur aktiven Zeit war er für den Abschied von der Fußball-Bühne gut vorbereitet. Als gelernter Bankkaufmann strebte er eine Karriere als Manager an. Seine erste Bewährungschance erhielt der zweifache Familienvater von Günter Siebert, als der im Februar 1987 zum dritten Mal Präsident auf Schalke wurde. Rolf Rüssmann erklärte sich auf Sieberts Anfrage am 25. Februar bereit, bis zum Saisonende erst einmal kostenlos für den Verein als Manager zu arbeiten.
Das Experiment schlug fehl: Der clevere Geschäftsmann kündigte nach sechs Monaten - obwohl er nach eigenen Angaben gemeinsam mit Siebert die Schulden auf 3,6 Millionen Mark gedrückt hatte. Grund für seine Entscheidung war ein Kompetenzgerangel mit dem eigenmächtigen Siebert, welches sich an der damals geplanten Verpflichtung der Dänen Bjarne Goldbaek und Alex Nielsen entfachte.
Seine zweite Etappe als Manager war Borussia Mönchengladbach. Der Fußball-Experte hatte großen Anteil daran, dass der Club nach langer Abstinenz wieder in den internationalen Wettbewerb einzog und 1994 Pokalsieger wurde. Spieler wie Stefan Effenberg, Martin Dahlin, Heiko Herrlich und Martin Max fanden unter seiner Ägide den Weg zum Bökelberg. Zudem schob er Stadionneubau in Mönchengladbach an.
Ende 2000 führte sein Weg schließlich zum VfB Stuttgart. Rüssmann läutete als Manager die sportliche und wirtschaftliche Wende des angeschlagenen Vereins ein. Die Ernte dieser Arbeit allerdings durfte er nicht einfahren. Unstimmigkeiten mit dem Präsidium, das ihm in erster Linie den kostspieligen Transfer von Fernando Meira vorwarf, kosteten ihm Ende 2002 den Job.
Seitdem ist der 20-fache Nationalspieler auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Und immer wenn ein Bundesliga-Verein einen neuen Manager sucht, dann fällt oft genug auch der Namen Rolf Rüssmann.
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