15.08.2004: Vor 71 Jahren trat Schalkes erster Meistertrainer "Bumbas" Schmidt sein Amt an

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Mit ihm auf der Trainerbank holte Schalke 04 zum ersten Mal die Viktoria ins Ruhrgebiet. Hans "Bumbas" Schmidt übernahm die Mannschaft um Kuzorra, Szepan und Co. am 15. August 1933 und zog mit ihr bis 1938 in sieben Endspiele ein. Die Ausbeute: drei Meisterschaften und ein Pokalsieg. Nicht die einzigen Titel für den knorrigen Franken.

Mit zehn Jahren trat Schmidt (*Dezember 1893) der Jugendabteilung der SpVgg Fürth bei. Dort bekam einen Beinamen, der ihn sein Leben lang begleiten sollte. Der Legende nach rempelte in einem Schülerspiel ein kräftiger Gegenspieler den damals noch recht kleinen Hans derart, dass der im hohen Bogen über den Platz flog. Woraufhin einer der Zuschauer rief: "Schauts ner den klann Bumbes oh!" - Wobei "kleiner Bumbes" nichts anderes als "kleiner Furz" bedeutet.

Schmidt wurde als Nachwuchsmann mit den Fürthern 1914 deutscher Meister, reifte allerdings erst beim 1. FC Nürnberg - er wechselte 1922 zum fränkischen Konkurrenten - zu einem Führungsspieler heran. Schmidt wurde Nationalspieler (insgesamt 16 Einsätze) und hatte großen Anteil an drei Meisterschaften (1924, 1925 und 1927) der Clubberer. Als Spieler verfügte er über ein ausgeprägtes taktisches Verständnis und konnte seine Nebenleute mitreißen.

Sein Kapital auf dem Feld waren seine Kondition, seine Kampfkraft und sein Wille. Tugenden, die er als Trainer an seine Spieler weitergab. Anfang der 1930er Jahre übernahm er die sportliche Verantwortung beim ETB Schwarz-Weiß Essen, wo Fritz "Papa" Unkel auf ihn aufmerksam wurde.

"Er machte Schalke härter, selbstbewusster und siegessicherer", so Verteidiger Hans Bornemann im Jubiläums-Kreisel zum 50. Geburtstag des Vereins. "Das ist der große Verdienst, den Deutschlands erfolgreichster Trainer um den FC Schalke 04 hat." Schon unter Vorgänger Kurt Otto war die Mannschaft technisch ausgereift. Sie war jedoch zu sensibel, und darum setzte Bumbas dort den Hebel an.

Fünf Jahre - so lange wie kein Trainer vor ihm und lange keiner nach ihm - saß er auf der Schalker Bank. Der Haudegen mit den kurz geschorenen Haaren trieb seine Jungs von Sieg zu Sieg. Trotz seines Dialektes verstanden ihn die Schalker, weil er ebenfalls ehrlich und geradeaus war. Und so war viel Wehmut dabei, als Hans Schmidt 1938 den Verein verließ. Der fränkische Meistermacher ging in seine süddeutsche Heimat zurück und erlangte 1949 mit VfR Mannheim noch einmal Meisterschaftsehren. Anschließend arbeitete er vier Jahre bei Borussia Dortmund (1951-55).

Am 31. Januar 1971 starb Hans "Bumbas" Schmidt auf tragische Weise in seiner eigenen Wohnung. Aus Versehen wurde bei der Bedienung des Gasherdes der Hahn der Bratröhre geöffnet. Der 77-Jährige und seine 82-jährige Schwester wurden einen Tag später tot aufgefunden.

       
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