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19.08.2004: Vor zehn Jahren gab Radek Latal sein Bundesliga-Debüt

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Unauffällig, wichtig, gut: So kann man in kurzen Worten den Stellenwert von Radoslav Latal für die Schalker in den 1990er Jahren beschreiben. Der tschechische Nationalspieler, der am 19. August 1994 zum ersten Mal Bundesliga-Luft schnupperte, war eine Bank auf der rechten Seite der Königsblauen, bestach durch Zweikampfstärke sowie gefährliche Flanken. Dabei hatte ihm ausgerechnet ein Gelsenkirchener die Teilnahme am EM-Finale 1996 verbaut.

24 Jahre war Latal alt, als ihn 1994 Rudi Assauer von seinem Heimat-Club Sigma Olmütz ins Ruhrgebiet holte. Er wurde bereits in seiner ersten Saison Stammspieler und steuerte - nach dem Knorpelschaden von Peter Sendscheid zum Stürmer umfunktioniert - sieben Treffer bei. Bisweilen waren seine Leistungen indes schwankend. Gelangen die ersten Dribblings und Flanken, dann lief es bei Latal, war das nicht der Fall, resignierte er schnell.

Dennoch durfte er eine Reihe von Erfolgen auf Schalke feiern. Im Finale des UEFA-Cups 1997 stand er genauso auf dem Feld wie 2001 im DFB-Pokalfinale in Berlin. Trainer Stevens wechselte Latal in der Schlussphase ein. All dies hatten die Anhänger im Hinterkopf, als er sich nach letzterem Erfolg in Richtung Sigma Olmütz verabschiedete. Latals Tränen rührten die feiernden Fans bei der Pokal-Party im Parkstadion. "Radek Latal!" skandierte die Haupttribüne immer wieder. 30.000 Menschen versuchten den traurigen Außenbahnmann, der in 187 Bundesligaspielen 14 Tore verzeichnete, zu trösten.

Er war ihnen mit der Zeit ans Herz gewachsen. Vor allem sein Geschick in Zweikämpfen hatte ihn so wertvoll für Schalke gemacht. Wenn es eng wurde, schob er das Hinterteil raus und schirmte den Ball gekonnt ab. Über 90 Prozent der Versuche seines Gegenspielers, doch noch an das Leder zu kommen, endeten mit einem Freistoß für Schalke.

Ein Pechvogel war er indes im Trikot der Nationalmannschaft bei Europameisterschaften. Ein Platzverweis des Gelsenkirchener Schiedsrichters Hellmut Krug im Viertelfinale gegen Portugal kostete ihn 1996 die Endspielteilnahme. Vier Jahre später wiederholte sich das Missgeschick. Der italienische Referee Pierluigi Collina zeigte dem schon ausgewechselten Latal bei der EURO 2000 noch auf der Auswechselbank die rote Karte. Das Turnier war für ihn damit vorzeitig beendet.

Seine Karriere als Vereinsspieler indes setzte er fort. Von Sigma Olmütz ging es 2002 nach Banik Ostrau. Dort wurde er Kapitän und gewann in der vergangenen Saison die tschechische Meisterschaft. Was der Routinier auf der rechten Außenbahn immer noch drauf hat, davon kann man sich am kommenden Mittwoch überzeugen. Im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation treffen die Tschechen am 25. August auf Bayer Leverkusen.

FC Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach 1:1 (1:0)

Schalke: Lehmann, Büskens, Eigenrauch, Herzog, Latal (85. Prus), Müller, Sendscheid, Nemec (89. Ksienzyk), Anderbrügge, Mulder, Thon

Borussia: Kamps, Klinkert, Andersson, Hochstätter, Kastenmaier, Neun, Herrlich, Effenberg, Fach, Salou (46. Max), Wynhoff (81. Schneider)

Tore: 1:0 Müller (11.), 1:1 Herrlich (57.)
Zuschauer: 68.000
SR: Ziller

       
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