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22.08.2004: Vor 52 Jahren wurde Hartmut Huhse geboren
Denken Schalker an die Pokalsieger-Mannschaft von 1972, dann fallen Namen wie Libuda, Fischer, Kremers oder Nigbur. Hartmut Huhse (*22. August 1952) hingegen wird in diesem Zusammenhang eher selten genannt. Dabei stand der Abwehrspieler nicht nur beim 5:0-Erfolg gegen Kaiserslautern auf dem Feld, sondern war vier Jahre lang ein zuverlässiger Abwehrspieler, der nicht zuletzt in größter Not für seinen Verein da war.
Des einen Leid ist des anderen Glück: Weil der DFB im Sommer 1972 Jürgen Sobieray wegen der Verwicklung in den Bundesliga-Skandal sperrte, schlug die große Stunde für Hartmut Huhse. Der 19-Jährige rückte für den technisch beschlagenen Außenverteidiger in die Mannschaft. Er war somit dabei, als die jungen Himmelstürmer von Trainer-Vater Ivica Horvat in Hannover Pokalsieger wurden - ein Arbeiter inmitten von Künstlern.
Doch der Coach wusste, was er an dem Abwehrspieler hatte. Zuverlässig setzte Huhse die taktische Marschroute um, ließ sich nie hängen und war ein zäher Bursche auf dem Platz. Was die anderen mit Talent erreichten, kompensierte Huhse durch Willen. Eine Einstellung, die ihn schon in jungen Jahren weit gebracht hatte.
Weil die Familie Huhse von Castrop-Rauxel, wo der Filius aufwuchs, nach Detmold umzog, musste Hartmut den Verein wechseln. Vom Klaus-Fichtel-Club Arminia Ickern ging es zum SV Brackwede. Seine guten Leistungen dort gingen an Udo Lattek nicht spurlos vorbei, der damals für den DFB im Schüler- und Jugendbereich tätig war.
Der spätere Meistermacher sorgte dafür, dass Huhse Kapitän der deutschen Jugendauswahl (20 Berufungen) wurde. Von der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Essen-Kupferdreh ging es schließlich 1971 zum FC Schalke 04. Dort erlebte er eine sportliche Achterbahnfahrt.
Im Anschluss an Platz zwei in der Bundesliga und dem Pokalsieg ging es bergab. Die Auswirkungen des Bundesliga-Skandals setzten dem Verein kräftig zu. Fast wäre die Mannschaft in der Spielzeit 1972/73 sogar abgestiegen. Am Ende war es Kämpfern wie Huhse zu verdanken, dass die Horvat-Elf durch einen fulminanten Schlussspurt - drei Siege an den letzten drei Spieltagen - die Klasse halten konnte.
Während der Verein sich in der Folgezeit langsam wieder berappelte, verschlechterten sich die Aktien des Verteidigers auf Schalke. Beim Zuschauer nie mit viel Kredit versehen, folgte er 1975 Trainer Ivica Horvat zu Rot-Weiß Essen. An der Hafenstraße blühte er noch einmal auf. Nicht zuletzt wegen seiner drei Treffer in der Spielzeit 1975/76, auf Schalke traf er in vier Jahren (113 Bundesligaspiele) lediglich einmal, wurde er zu einem immens wichtigen Akteur. Die Essener landeten in dieser Spielzeit punktgleich mit Schalke (6.) auf dem achten Rang.
Noch ein Jahr spielte der Verteidiger für RWE, ehe er sich nach dem Abstieg 1977 auf ein großes Abenteuer einließ. Er flog über den großen Teich und kickte in der amerikanischen Fußball-Liga bei Rochester Lancers. Anschließend kehrte er jedoch in seine Heimat zurück. Heute ist Huhse Mitglied der Schalker Traditionsmannschaft.
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