25.08.2004: Vor 74 Jahren wurden Kuzorra, Szepan und Co. gesperrt

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Der erste Schalke-Skandal: Der Westdeutsche Spielverband erklärte am 25. August 1930 gleich 14 Akteure aus der ersten Mannschaft zu Berufsspielern. Damit wurde ihnen die Spielerlaubnis für den Meisterschaftsbetrieb entzogen. Die Anklagepunkte: zu hohe Spesen und finanzielle Vergünstigungen. Das Urteil stürzte den Verein in eine tiefe Krise.

Emil Rothardt, Walter Badorek, August Sobottka, Ferdinand Zajons, Paul Böcke, Alfred Jaczek, Tullux Valentin, Hans Tibulsky, Ernst Kuzorra, Fritz Szepan, Heinrich Simon, Willi Neumann, Willy Kampmann und Willi Rodner wurde vorgeworfen, für Spiele und Training ein damals verbotenes Handgeld von bis zu 20 Mark - erlaubt war fünf - erhalten zu haben. Darüber hinaus wurden den Fußballern weitere Vergünstigungen wie Darlehen und Kredite gewährt. Neben den Aktiven schloss der WSV acht Schalker Vorstandsmitglieder aus dem Verband aus.

Die Folgen für den Club: In sechs Wochen gab es drei Generalversammlungen, die gesperrte 1. Mannschaft trug als "Meister des Westens" Spiele gegen den 1. FC Wuppertal aus und war dabei, als sich in Köln der Professional-Fußballverband gründet. Ernst Kuzorra und Fritz Szepan lagen Profi-Verträge von Vienna Wien vor, und Schatzmeister Willy Nier nahm sich aus Scham das Leben. Die Situation drohte zu eskalieren.

Erst das gute Zureden von besonnen Vereins-Protagonisten wie Fritz Unkel wendete schlimme Folgen von dem Verein ab, der für die vereinseigene Glückauf-Kampfbahn ein hohes finanzielles Risiko eingegangen war. Die beiden Schwäger blieben bei ihrem Verein, Schalke 04 wurde am 23. Januar 1931 wieder in den WSV aufgenommen. Die Verbannung der Spieler dauerte bis zum 1. Juni 1931 an, dann wurden alle begnadigt.

Die Reserve trat derweil für die gesperrte 1. Mannschaft in der Meisterschaftsrunde an. Das Team wurde betreut von Torwart August Sobottka. Gegen den "Meister des Westens" gab es im übrigen in einem Trainingsspiel eine 1:11-"Klatsche" für die Übergangsknappen. In der Sonderklasse Ruhr erreichte die Interims-Truppe den siebten Rang.

Die knapp einjährige Sperre hinterließ einen faden Beigeschmack. Denn gegen zahlreiche Vereine war nach Ablauf der Saison 1929/1930 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, doch nur Schalke traf der Bannstrahl. Während in anderen Ländern bereits Profiligen eingeführt worden waren, hielt man in Deutschland am Amateur-Ideal fest. Dabei war längst bekannt, dass die guten Spieler des Landes auch gut verdienen. Handgelder wurde gezahlt, bei der Arbeitsuche halfen Gönner des Vereins. Es herrschte eine Doppelmoral, selbst der DFB zahlte den Länderspielteilnehmern 25 Mark pro Tag.

       
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